Schlangen im Rathaus. Christoph Hornstein über den Hindernislauf beim Abstimmen in Klosterneuburg.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 21. Februar 2018 (04:37)

Ein Volksbegehren zu unterzeichnen ist ein Willensakt, der auch Entbehrungen mit sich bringt. Schließlich muss man sich Zeit nehmen, in die Gemeindeämter hatschen, dort seine Unterschrift auf ein Blatt Papier setzen und das, anders als bei einer Wahl, allen Blicken ausgesetzt.

Nicht jeder ist dazu bereit, diesen Weg der direkten Demokratie zu gehen. Klosterneuburger konnten diesmal gleich für drei Volksbegehren voten: gegen das Rauchen in Lokalen, für mehr Rechte für Frauen und das Asylvolksbegehren. Eine Menge zu tun, da darf man sich erwarten, dass ablauftechnisch alles in bester Ordnung ist. Falsch. Nach dem Serverausfall beim Innenministerium wurden die Menschen auch in Klosterneuburg unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt, ein Stromausfall soll am Folgetag zwei Computer lahmgelegt haben, und die Menschen mussten sich in einer Schlange anstellen, um von diesem direktdemokratischen Recht Gebrauch zu machen.

Stell dir vor, es gibt ein Volksbegehren und keiner geht hin! Das sind Zustände, wo direkte Demokratie keinen Spaß macht.