Wenn's mal wieder dauert. Martin Gruber über die Gewohnheiten des Gemeinderates.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 09. Juli 2014 (09:45)

Es ist Freitag 15 Uhr, ein Zeitpunkt, an dem der Arbeitsalltag in das Wochenende übergeht. Nicht so bei den Mitgliedern des Klosterneuburger Gemeinderates, zumindest fünfmal im Jahr, wenn zur Sitzung gerufen wird.

So geschehen bei jener vor einer Woche. Der Blick auf die Tagesordnung verheißt nichts Gutes – 59 Punkte, zusätzlich noch vier Dringlichkeitsanträge.

Die Sprecher der einzelnen Fraktionen werfen sich ins Wortgefecht, während die übrigen Mitglieder des Gemeinderates verzweifelt den Blick von der Uhr gen Plafond des Sitzungssaales richten. Dann ein Ordnungsruf des Bürgermeisters, der die Diskussion zusätzlich anheizt. Ein Zwist zwischen dem gesamten Gemeinderat und Peter Hofbauer, der seinen Dringlichkeitsantrag bezüglich der Dienststellenbeschreibungen vortrug, entstand. Die erlösende Idee: Wie wäre es mit einer Redezeitbeschränkung? – Gesagt, getan. Hofbauer wurde gestoppt, jede weitere Meldung durfte nur noch drei Minuten dauern.

Auch wenn es mal wieder länger dauert, gleiches Recht für alle. Vor allem dann, wenn der Wahlkampf bereits begonnen hat. Wo sonst sollen sich die kleinen Fraktionen denn präsentieren als im Gemeinderat?