Logisch, aber schmerzvoll. Daniel Wertheim über den Wechsel von Christoph Nagler zum Erzrivalen BC Vienna.

Von Daniel Wertheim. Erstellt am 09. Juli 2014 (23:59)

Richtig fassen kann man es noch nicht: Christoph Nagler ist kein Duke mehr.

Sprach man mit den Dukes-Verantwortlichen in den vergangenen Wochen über die Kaderplanung, so tauchte der Name „Nagler“ überraschend selten auf - übrigens ähnlich selten wie jene der routinierten Publikumslieblinge Curtis Bobb oder Damir Zeleznik. Nun ist die Katze aus dem Sack und der „General“ nicht mehr an Bord.

Nach Jahren der Kontinuität, die den Dukes auch einen fast unmöglichen Meistertitel brachten, heißt nun die Devise „Blutauffrischung“. Im Fall von Nagler ist es schon verzwickt. Bei den Dukes konnte er (auch verletzungsbedingt) vergangene Saison nicht mehr an seine besten Zeiten anknüpfen. Ein „mittelmäßiger“ Nagler, der sein Studium forciert, hätte aber den Dukes nicht viel geholfen - und wohl auch zuviel gekostet.

Für Nagler selbst blieben in der Bundesliga außer Vienna kaum Optionen. Und dass Vienna zuschlägt, war mehr als logisch - allein als Signalwirkung und aus Prestigegründen. Aktuell freuen sich alle über die Lösung: Nagler, die Dukes und Vienna. Doch wenn Nagler aus der „Luftveränderung“ neue Motivation schöpft und an alte Leistungen anschließt, wäre der Schachzug für die Dukes ein wenig gelungener.