Peter Hofbauer wirft Klosterneuburg Schlamperei vor. Peter Hofbauer wirft der Stadt in Sachen Schadenserkennung Johannes-Brücke Schlamperei und fehlende Fachkenntnis vor. Bürgermeister Schmuckenschlager kontert scharf.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 01. August 2019 (12:07)
Hornstein
Bis Ende August bleibt die Nepomukbrücke in der oberen Stadt gesperrt und behindert weiter den Verkehr zwischen Oberer und Unterer Stadt.

Wer jemals eine Gemeinderatssitzung miterlebt hat, kann unschwer feststellen, dass das Verhältnis zwischen Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) und Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) sehr getrübt ist. Hatte der Dauerzwist seinen Ursprung in der – in vielen Punkten missglückten – Happyland-Sanierung, so gipfelte die Kontroverse nun in den heftigen Vorwürfen Hofbauers bezüglich der Maßnahmen zur Sanierung der Johannes-Brücke.

Hofbauer zog, wie die NÖN berichtete, folgendes Fazit: „Durch unglaubliche Schlamperei, möglicherweise auch fehlende Fachkenntnis und Erfahrung wurden nicht nur Gefahr für Gesundheit und Leben in Kauf genommen, sondern auch wesentlich höhere Belastungen für die Steuerzahler und Verkehrsbehinderungen.“

„Wem gegenüber sprechen Sie solche fundamentalen Anschuldigungen aus?“ Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager

Darauf reagierte Schmuckenschlager ungewöhnlich scharf und persönlich: „Was geht in Ihnen vor, wenn Sie von unglaublicher Schlamperei und fehlender Fachkenntnis schreiben und unterstellen, dass Gefahr für Gesundheit und Leben in Kauf genommen wurde? Denken Sie das wirklich? Und was berechtigt Sie zu diesem Urteil? Wem gegenüber sprechen Sie solche fundamentalen Anschuldigungen aus? Noch dazu in einer unglaublich feigen Möglichkeitsform.“

NOEN
„Was berechtigt Sie zu diesem Urteil?“, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager.

Und der Bürgermeister legt noch eins drauf: „Sagen Sie doch klipp und klar, was Sie denken. Benennen Sie die Dinge konkret. Aber Ihre Spekulationen am Rücken anderer Menschen, die oftmals ja nicht einmal in der Politik aktiv sind, sind erbärmlich. Sie versteigen sich sogar, von einer groben Fahrlässigkeit zu sprechen, und belegen nichts.“

Hofbauer kontert und verweist auf den NÖN-Artikel, in dem er seiner Meinung nach die Dinge sehr wohl konkret beim Namen nennt: „Grobe Fahrlässigkeit liegt vor, wenn jemand trotz Gefahr im Verzug nicht versucht, eine drohende Gefahr abzuwenden. Dass diese Gefahr bestand, ist durch das Schadensereignis bewiesen.“

NOEN
„Wer sichdiskreditiert oder beleidigt fühlt, möge den Rechtsweg beschreiten“, Peter Hofbauer.

Denn nach Hofbauers Meinung hätte man folgendermaßen vorgehen sollen: Sofortige Sperre für den Verkehr, Pölzung der einsturzgefährdeten Mauer des Widerlagers. Sodann hätte man von der Straßendecke ausgehend auskoffern müssen, um jeglichen Druck auf die Mauer zu unterbinden. Sodann wären die endgültigen Sanierungsmaßnahmen zu überlegen gewesen.

Für Schmuckenschlager ist trotzdem alles an diesem NÖN-Artikel von Hofbauer an den Haaren herbeigezogen. Aberwitzige Behauptungen müssten entkräftet werden, und das werde er immer wieder tun: „Niemand im Rathaus nahm oder nimmt Gefahren für die Bevölkerung in Kauf. Ganz im Gegenteil. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung arbeiten für ein optimales Service für die Bürger. Niemand hat es notwendig, mit derartigen Verdächtigungen diskreditiert zu werden“, so der Bürgermeister. Hofbauer darauf: „Wer sich auch immer durch meine Verdächtigungen diskreditiert oder beleidigt fühlt, möge den Rechtsweg beschreiten, so wie ich dies in Sachen Happyland getan habe.“