Kierlinger Pädagogin: Kinder & die heilende Herbstluft

Kinder haben es in den letzen beiden Jahren nicht leicht gehabt. Die heilsame Kraft der Natur bringt Kinderseelen wieder zum Lachen, fördert ihre Stabilität und macht Spaß.

Thomas Török Erstellt am 02. Oktober 2021 | 06:05
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In der Wald- und Wildnispädagogik geht es darum, die Kinder und Jugendlichen da abzuholen, wo sie von sich aus Interesse zeigen und sie Schritt für Schritt an die Natur heranzuführen. Cornelia Stolla von „naturverwurzelt“ hat sich dies zur Aufgabe gemacht.
Foto: iStock.com/RyanJLane

Die Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen sowie Homeschooling haben bei den jungen Mitgliedern unserer Gesellschaft ihre Spuren hinterlassen. Bewegungsmangel, Medienkonsum, soziale Isolation, Überforderung und Ängste sind bei Kindern und Jugendlichen in der Krise stark angestiegen. Wie kann man ihre körperliche und seelische Gesundheit in diesen turbulenten Zeiten stärken?

„Kinder, die bei Wind und Wetter draußen spielen, haben einen höheren Selbstwert, bessere motorische Fähigkeiten und können sich länger konzentrieren.“Wald- und Wildnispädagogin Cornelia Stolla

„Ein wesentlicher Schlüssel liegt ,vor der Haustür‘: Studien zeigen, dass Kinder mit mehr Natur in ihrem Alltag geringere Werte bei Verhaltensstörungen, Angst und Depressionen aufweisen als solche, die das nicht haben. Kinder, die bei Wind und Wetter draußen spielen, haben einen höheren Selbstwert, bessere motorische Fähigkeiten und können sich länger konzentrieren“, erzählt die zertifizierte Wald- und Wildnispädagogin Cornelia Stolla, Begründerin des Projekts „naturverwurzelt“.

Die positiven Auswirkungen der Natur auf die psychische Gesundheit von Kindern beschreibt Stolla im Detail: „Kinder, die sich mit der Natur verbinden, sind geerdet, fühlen sich als Teil eines größeren Ganzen und haben ein gesundes Selbstbewusstsein. Das hilft ihnen, auch in Krisenzeiten gesund und unbeschwert zu bleiben.“

Dem Alltag zum Trotz hinaus ins Freie

Viele Eltern wünschen sich, dass ihre Kinder mehr Zeit in der Natur verbringen, doch der getaktete Alltag, die Medien und schulische Anforderungen stehen dem häufig entgegen. Und auf das elterliche „Komm, wir gehen spazieren!“ folgt meist nur genervtes Augenrollen.

Stolla weiß aus Erfahrung, dass Spazierengehen und reine Wissensvermittlung bei Kindern nicht gefragt sind. Sie wollen die Natur spielerisch und mit allen Sinnen erfahren. Ist die Begeisterung erst mal geweckt, gesellt sich der Wissensdurst ganz von selbst hinzu. Und in einer Gruppe gemeinsam mit anderen Kindern macht alles natürlich gleich viel mehr Spaß. Cornelia Stolla und „naturverwurzelt“ haben sich darauf spezialisiert.