Erstellt am 23. Dezember 2017, 09:55

von APA Red

Bergungsarbeiten nach Zugunfall sind in vollem Gange. Nach dem Zugunfall auf der Franz-Josefs-Bahn in Kritzendorf (Gemeinde Klosterneuburg, Bezirk Tulln) haben am Samstag die Bergungsarbeiten angedauert. Eine Untersuchungskommission erhob die Ursache der seitlichen Kollision eines REX und eines Cityjets. Laut ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger waren beide Garnituren nach Wien unterwegs gewesen.

Zwölf Verletzte gab es durch das Unglück  |  APA (FEUERWEHROBJEKTIV)

Bei dem Unfall wurden nach Angaben des Roten Kreuzes und der Bundesbahnen vier Personen mittelschwer und acht weitere leicht verletzt. Etwa 100 Feuerwehrmitglieder und über 100 Sanitäter und Notärzte waren im Einsatz.  Ein Opfer mit Kopfverletzungen wurde von "Christophorus 2" abtransportiert.

Aufgrund der Kollision waren beide Garnituren aus den Gleisen gesprungen. Beim REX stürzten dem ÖBB-Sprecher zufolge zwei Waggons gänzlich um, ein dritter neigte sich zur Seite.

Im Unfallbereich wurden Teile der Oberleitung entfernt, um mit einem Kran arbeiten zu können, sagte Hahslinger am Samstagvormittag. "Die Bergungsarbeiten gehen zügig voran." Bei dem Zugsunfall  ist auch der Unterbau stark beschädigt worden. Ein eingleisiger Betrieb werde daher voraussichtlich erst ab dem Christtag in der Früh wieder möglich sein, sagte ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger am Samstagnachmittag zur APA.

Das Rote Kreuz hatte laut Sprecherin Sonja Kellner neun Notärzte (inklusive dem Mediziner an Bord von "C 2"), 21 Rettungsfahrzeuge und 60 Sanitäter nach Kritzendorf entsandt. Drei Feuerwehren rückten mit 70 Mann aus, sagte Franz Resperger vom Landeskommando. Auch ein Polizeihubschrauber wurde an die Unfallstelle beordert.

Als "nicht angebracht, allzu vorschnell menschliches Versagen in den Raum zu stellen", hat der Vorsitzende der Gewerkschaft vida, ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Hebenstreit am Samstag Spekulationen zu der Kollision bezeichnet. Der Bericht der Unfallkommission müsse abgewartet werden. Es dürfe nicht schon im Vorhinein zu Mutmaßungen über Schuldfragen kommen, stellte Hebenstreit in einer Aussendung fest. Dass auch ein technisches Gebrechen die Kollision verursacht haben könnte, sei noch nicht auszuschließen. Gleichzeitig forderte der vida-Vorsitzende eine rasche und gründliche Untersuchung der Unfallumstände durch die zuständigen Behörden.

"Wir vermuten, dass die Ursache in einem menschlichen Fehler zu suchen ist, nicht in einem technischen Gebrechen. Aber das wird in den nächsten Tagen noch verifiziert", hatte Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Freitagabend zur APA gesagt.