Buchberggasse 15: Eine Wohnung mit vier Küchen ?!?. Zuerst wurden zwölf Wohnungen eingereicht, dann nur mehr drei. Anrainer vermuten Umgehung der vorgeschriebenen Autoabstellplätze.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 30. August 2017 (05:46)
NOEN, Hornstein
Das alte Winzerhaus in der Buchberggasse 15 soll nun ein Mehrparteien-Haus werden. Der Ausbau des Dachstuhls und der Bau einer „Galerie“ sollten ursprünglich zwölf Wohneinheiten ermöglichen. Jetzt wurden daraus drei Wohneinheiten. Anrainer glauben, dass man sich die Autoabstellplätze sparen will.

Die Buchberggasse ist ein enger Straßenzug im Zentrum Klosterneuburgs. Auf Nummer 15 befindet sich ein altes Winzerhaus, eingeschoßig, Bauklasse I, charakteristisch für das Viertel, das Haus liegt in einer Schutzzone. Vor Kurzem wechselte es seinen Eigentümer. Die „Buchberggasse 15 Immobilien GmbH“ ist ein für den Umbau des Winzerhauses eigens gegründeter Immobilienverwerter.

NOEN
Eine Wohnung von nunmehr von zwölf auf drei reduzierten Wohnungen: Drei Eingänge, vier Küchen, und zwei Stiegenhäuser in den nächsten Stock lassen darauf schließen, dass daraus bald wieder drei Wohnungen werden sollen.

Noch 2016 wurde bei der Baubehörde eingereicht. Der Umbau umfasst den Ausbau des Dachgeschosses und darüber eine „Galerie“, die baurechtlich nicht als Stockwerk gewertet wird. „In Wirklichkeit werden hier zwei Stockwerke auf den Bestand aufgebaut“, sind sich die Anrainer sicher und beeinspruchen das Bauvorhaben.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil viel zuwenige Autoabstellplätze eingeplant wurden. In dieser Gegend Klosterneuburgs muss pro Wohneinheit ein
Autostellplatz vorgesehen sein, wären also zwölf. Geplant wurden aber lediglich drei.

„Ich weiß, dass Bauen in Klosterneuburg ein sehr sensibles Thema ist und dass die Anrainer den Umbau ablehnen.“ Christoph Lerner, GF des Immobilienverwerters

Die „Buchberggasse 15 Immobilien GmbH“ reagierte in Form eines im Jänner dieses Jahres neu gezeichneten Einreichplanes. Nicht aber die Autoabstellplätze wurden auf zwölf aufgestockt, sondern die Wohneinheiten auf drei reduziert. Der neue Einreichplan sieht nun drei Wohnungen um die 400 Quadratmeter vor, mit zwölf Eingängen und zwölf Küchen, zwei Stiegenhäusern pro Wohneinheit und, und...

„Offensichtlich will man sich dadurch die Abschlagszahlung ersparen und nachträglich aus den drei Wohnungen wieder zwölf machen“, ist sich Anrainerin Barbara Kandera-Haberfellner sicher, „hier wird eine Umgehung der NÖ Bauordnung versucht.“

„Es geht sicher nicht um die Autoabstellplätze“, versichert der Geschäftsführer der „Buchberggasse 15 Immobilien GmbH“, Christoph Lerner. Es ginge hier nur um die Genehmigung der Kubatur und um die Möglichkeit für zukünftiger Käufer, sich selbst den Grundriss ihres Wohnraumes zu planen.

Maßnahmen schon in Planung

Dass es für jede Wohneinheit einen Parkplatz geben muss, ist Geschäftsführer Lerner klar, und da hätte man seitens des Immobilienverwerters schon Maßnahmen im Auge. „Es gibt in der Umgebung zwei Grundstücke, die man als externe Parkplätze verwenden könnte“, so Lerner.

Geschäftsführer Lerner, ist Realist: „Ich weiß, dass Bauen in Klosterneuburg ein sehr sensibles Thema ist und dass die Anrainer den Umbau ablehnen. Deswegen rechne ich damit, dass der Baubescheid alle Instanzen durchlaufen wird. Das dauert meiner Erfahrung nach 18 Monate.“ Danach stünde einer Realisierung des Bauvorhabens aber nichts im Wege, denn man habe, auch was die Bauhöhe betrifft, alle Baugesetze eingehalten.

Mehr Stimmen über den kuriosen Einreichplan lest ihr in der aktuellen Printausgabe der Klosterneuburger NÖN sowie im ePaper!