Baustellen in Klosterneuburg: Nerven liegen blank

Zwei Baustellen bringen die Autofahrer und Busbenützer in Rage. Grund sind Rohrverlegungsarbeiten für Fernwärme der EVN. Verkehrsstadtrat: „Da müssen wir durch.“

Christoph Hornstein
Christoph Hornstein Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:12
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Kilometerlanger Stau von der Kritzendorfer Enge bis zum Interspar-Kreisverkehr. Viele Autofahrer verlieren die Nerven.
Foto: Hornstein

Zwei Baustellen machen derzeit den Klosterneuburger Autofahrern das Leben schwer. Die erste auf der B14, zwischen Fellergraben und Leopoldsgraben, und die zweite zwischen Waisenhausgasse und Martinstraße 118. Grund ist der weitere Ausbau der Fernwärme in Klosterneuburg. Kilometerlange Staus in den Stoßzeiten legen bei den Autofahrern die Nerven blank. So schreibt uns ein erboster Autofahrer vorige Woche: „Wenn das heute nicht bloß eine Ausnahme war, gibt’s einen Aufstand.“

Die neue Baustelle in der Martinstraße hat schon am ersten Tag zu einem Verkehrschaos geführt. Sogar außerhalb der Hauptverkehrszeit. „Ich brauchte um 18 Uhr vom Kreisverkehr Weidlinger Bahnhof bis Hausergasse knapp eine Stunde, meine Frau von der Gegenrichtung für das kurze Stück vom tiefen Keller bis zur Hausergasse 15 Minuten“, berichtet ein leidender Straßenbenützer. Vorher hätte es schon Zoff in der Engstelle Kritzendorf gegeben, weil viele Autofahrer korrekt einfuhren, wegen des Staus aber nicht weiterfahren konnten und dadurch den verärgerten Gegenverkehr blockierten.

„Es muss doch eine Möglichkeit geben, die vergleichsweise einfache Baustelle auf der Martinstraße weniger behindernd abzuwickeln?“ Ein erboster Autofahrer

Der Ausbau der Fernwärme sei okay, und dafür muss man auch Behinderungen in Kauf nehmen. Aber ohne – für derzeit 50 Meter Aufgrabung – Chaos, das ja auch den Busfahrplan ad absurdum führt und eine enorme Belastung der Umwelt mit sich bringe. Und weiter: „Wien hat die vierspurige Tangente unter Verkehr ohne große Behinderungen mit ‚Flyer over‘ komplett saniert. Es muss doch eine Möglichkeit geben, die vergleichsweise einfache Baustelle auf der Martinstraße weniger behindernd abzuwickeln?“

Bei der zweiten Baustelle auf der B 14, die NÖN berichtete – gab es fast schon Handgreiflichkeiten. Hier ist vor allem der Busverkehr, der bis zu 30 Minuten Verspätung in Kauf nehmen muss, in Mitleidenschaft gezogen. Schuld sei nach Meinung eines Bürgers, „die völlig unzulängliche Verkehrsregelung im Baustellenbereich.“

Davon betroffen seien die Berufspendler, Schüler und alle, die auf die Anschlusszüge am Bahnhof Kierling nach Wien angewiesen seien. Für manche Menschen bedeutet das auch, dass sie ihren Arbeitsplatz nicht rechtzeitig erreichen können. Verschärft würde die Situation auch noch durch den Zubringerverkehr zur Baustelle auf dem Grund des ehemaligen Marienheims.

Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK) appelliert dafür, nicht die Nerven zu verlieren. Er habe oft bei der EVN und der Bezirkshauptmannschaft interveniert, und die Situation scheine nun ein wenig besser geworden zu sein: „Vor allem die Umstellung von reinem Ampelbetrieb auf händische Verkehrsregelung macht das Ganze erträglicher.“

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