Impfstoff in Klosterneuburg nicht verfügbar. Die Impfbereitschaft ist derzeit sehr groß. Allerdings ist kaum noch Grippeimpfstoff aufzutreiben. Größere Mengen werden erst ab November wieder lieferbar sein.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 23. September 2020 (03:00)
Ein Pieks, der gegen die Influenza helfen soll. In diesem Jahr wollen sich besonders viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen. Allerdings ist derzeit kaum noch Impfstoff verfügbar. Allgemeinmediziner Peter Kaufmann rechnet damit, dass erst im November wieder größere Mengen verfügbar sein werden.
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Die Suche nach einem Impfstoff gegen Corona geht weltweit fieberhaft weiter. Aber nicht nur nach so einem Impfstoff wird derzeit gesucht. Auch jener gegen die „normale“ Grippe ist derzeit nicht leicht zu finden. Denn der Grippeimpfstoff ist derzeit so gut wie überall ausverkauft. Wann er wieder flächendeckend und vor allem in großen Mengen lieferbar ist, kann man derzeit noch nicht wirklich sagen.

Waren die Österreicher in den letzten Jahren eher Impfmuffel, wäre nun die Bereitschaft, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, an sich groß. Nur das Mittel fehlt.

„Es sollte genug Impfstoff für alle da sein. Das ist unsere Forderung.“ Allgemeinmediziner Peter Kaufmann

Davon kann auch Allgemeinmediziner Peter Kaufmann ein Lied singen. „Es gibt einen großen Ansturm und große Lieferschwierigkeiten“, berichtet Kaufmann aus der Praxis. Für seine Ordination in Kritzendorf hat der Arzt doppelt so viel Impfstoff bestellt wie im letzten Jahr, aber bekommen hat er bisher noch keinen. Und nicht nur ihm geht es so. „Auch der Zentraleinkauf bekommt keine Impfstoffe“, ist Kaufmann verärgert. Nicht die Medizin sei das Problem, sondern die Logistik dahinter.

Bereits in den Sommermonaten gab es vermehrt Nachfragen nach einer Grippeimpfung. Denn in diesem Jahr ist nun einmal alles anders. Eine Ansteckung im Doppelpack – mit Corona und der Influenza – ist ein Szenario, das selbst bei hartnäckigen Impfgegnern die Alarmglocken schrillen lässt.

Doppelansteckung prinzipiell möglich

Diese Befürchtung vieler kann Kaufmann gut nachvollziehen: „Man kann sich prinzipiell zeitgleich mit beiden Viren anstecken, was nach Meinung vieler Experten eine deutliche Zunahme von Komplikationen bedeuten kann. Also diese Angst ist sicher nicht unbegründet.“ Deshalb rät Kaufmann, der seit vielen Jahren als Hausarzt in Kritzendorf tätig ist, zu einer Grippeimpfung – auch wenn es noch etwas dauern wird, bis der Impfstoff wieder verfügbar ist.

Impfung auch im November noch sinnvoll

„Es sollte genug Impfstoff für alle da sein. Das ist unsere Forderung“, appelliert Kaufmann an die zuständigen Stellen. Kaufmann selbst rechnet damit, dass die Lieferung von größeren Mengen erst im November möglich sein wird. Denn auch wenn Kaufmann und seine Kollegen alle Hebel in Bewegung setzen und auch all ihre Kontakte versuchen, die Impfstoffe zu organisieren, sind sie derzeit einfach nicht verfügbar.

Normalerweise beginnt die Grippeimpf-Saison bereits im September. Auch bei Kaufmann fragen immer mehr Patienten nach einer Impfung. Aber auch wenn der Impfstoff dann erst in ein zwei Monaten wieder verfügbar ist, sollte man sich – nach Meinung des Arztes – unbedingt impfen lassen. Denn die meisten Ansteckungen mit der Influenza gibt es meist um Weihnachten herum und im Jänner. Für diesen Zeitraum kann man sich dann auch noch im November durch eine Grippeimpfung schützen. „Der Beginn der Grippeimpfungen ist normalerweise nur bereits im September, damit dann nicht alle auf einmal einen Impftermin wollen“, erklärt Kaufmann. Denn 50 Patienten und mehr pro Tag zu impfen ist fast unmöglich.

Aber auch wenn es noch einige Zeit dauert und es dann auch zu längeren Wartezeiten kommen könnte, sollte man sich die Zeit nehmen, um sich mit einem kleinen Pieks zumindest vor einem Virus besser zu schützen.

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