Heilige Quelle fließt ab 15. Mai wieder. Menschenansammlungen und behördliche Vorgaben machten das historische Abdrehen der Wasserleitung notwendig.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 14. Mai 2020 (15:19)
Ehrenamtliche Helferin Elisabeth Zanzinger bringt die Lourdesgrotte auf Vordermann. Während der Coronakrise war die Grotte geöffnet, das Wasser aber abgedreht.
Wagner

Gerade in Krisenzeiten ist die Lourdesgrotte ein Ort der Hoffnung. Pilger genießen die Ruhe, suchen Zuflucht vor den Alltagssorgen, beten für Kranke und bitten um Gesundheit. Der Besuch der Wallfahrtsstätte war in den vergangenen Wochen für viele mit Unmut verbunden. Denn: Der Wasserhahn blieb trocken. Coronamaßnahmen machten es notwendig, die Leitung abzudrehen.

60.000 bis 70.000 Gläubige pilgern jährlich zur Lourdesgrotte. Viele zapfen Wasser direkt aus der Heiligen Quelle ab – wegen Coronamaßnahmen war das die vergangenen Monate nicht möglich. Ab 15. Mai ist die Leitung wieder aufgedreht. Unter der Voraussetzung, dass die Maßnahmen eingehalten werden.
NOEN

„Es kam leider zu Menschenansammlungen“, erklärt Pfarrer und Wallfahrtsdirektor Stanislaw Korzeniowski. Die Regelungen von Bundesregierung und Stadtgemeinde konnten nicht eingehalten werden – die Leitung musste vorübergehend trockengelegt werden. Eine Premiere in der fast 100-jährigen Geschichte der Grotte: „Während dem Krieg war das Wasser nicht abgedreht, aber da waren auch die Kirchen nicht zu“, erzählt der Pfarrer. Die gute Nachricht: Ab 15. Mai ist die Quelle wieder für Pilger frei zugänglich – sie können, wie gehabt außerhalb des Gottesdienstes, heiliges Wasser abzapfen.

Wallfahrtsdirektor Stanislaw Korzeniowski vor der Heiligen Maria.
NOEN

Die Lockerung wird von Gläubigen sehnsüchtig erwartet. Pfarrer Stanislaw Korzeniowski: „Etwa 90 Prozent aller Anrufer fragen, wann wir das Wasser wieder aufdrehen.“ In nächster Zeit lautet die Devise, auch in der Lourdesgrotte: Abstand halten. „Wir werden beobachten, wie sich das entwickelt“, versichert der Wallfahrtsdirektor. Sollten die Maßnahmen nicht eingehalten werden, muss die Pfarre das Wasser wieder abschalten. Pfarrgemeinderat Theo Weiß ergänzt: „Die Verantwortung, dass die Regelungen eingehalten werden, hat die Pfarre.“