Der „Brückenbauer“ setzt sich zur Ruhe: Johann Bauer im Porträt

Erstellt am 26. Juni 2022 | 05:53
Lesezeit: 4 Min
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Johann „Hannes“ Bauer - Maria Guggings langgedienter, beliebter Ortschef begibt sich in den Ruhestand.
Foto: Stadtgemeinde Klbg.
Nach 27 Jahren verabschiedet sich in Maria Gugging mit Johann Bauer der am längsten dienende Ortsvorsteher Klosterneuburgs.
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In Maria Gugging geht eine Ära zu Ende: Der allseits beliebte Ortsvorsteher Johann „Hannes“ Bauer verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand. Ganze 27 Jahre stand er an der Spitze des Wallfahrtsortes. Nach seinen kürzlich erfolgten Operationen und dem Wunsch, sich mehr seinen Enkeln widmen zu wollen, fasste er schließlich den Entschluss zum Rücktritt.

Sein Werdegang in der Katastralgemeinde Maria Gugging begann 1986, als der aus Wien zugezogene Johann Bauer die Zeitung „Wir Gugginger“ ins Leben rief. Diese zog große Aufmerksamkeit weit über die Grenzen des Ortes auf sich: In deren Redaktionssitzungen waren alle Institutionen, die für Maria Gugging relevant waren, involviert. Über die Parteigrenzen hinaus war es Bauer gelungen, ein Team aufzubauen, das ausschließlich die Interessen und Anliegen der Bevölkerung vertrat.

„Bei mir war die politische Couleur immer zweitrangig - der Mensch ist das, was bei mir zählt!“ JOHANN BAUER Ortsvorsteher, Maria Gugging (SPÖ)

Am 7. April 1995 wurde der Sozialdemokrat vom damaligen Bürgermeister Gottfried Schuh zum Ortsvorsteher von Maria Gugging ernannt und damit erfolgte die Übergabe vom damaligen Ortsvorsteher Robert Schörg. Neben der Ortszeitung haben viele der Aktivitäten, die Bauer in seiner Funktionsära ins Leben gerufen hat, seine persönliche Handschrift getragen. Die berühmten Familienfeste, die weit über Maria Gugging bekannt waren, wurden von ihm organisiert und geplant.

Sein Ziel war es den Bewohnern von Maria Gugging immer die Möglichkeit zu geben, frohe Stunden in der Gemeinschaft zu erleben. Das „wir“ stand immer im Vordergrund, wobei er bemüht war eine Dorfgemeinschaft (Jung und Alt) aufzubauen, die sich mit ihrem Heimatort identifizieren. „Bei mir war die politische Couleur immer zweitrangig - der Mensch ist das, was bei mir zählt!“, das war immer schon Bauers Devise.

Weitere von ihm ins Leben gerufene Aktivitäten waren der jährlichen Flohmarkt, der bei der Feuerwehr abgehalten wurde, sowie für die Schaffung einer Bücherzelle, die bei der Bevölkerung großen Anklang fanden. „Im Fokus war bei mir immer der Gemeinschaftssinn in der Bevölkerung. Für alle da zu sein - das habe ich von meinem Vater geerbt“, erzählt der Ortsvorsteher über das, was ihn immer schon als Antrieb und Motivation gedient hat.

In seiner langjährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher war für ihn der Entscheidungsprozess zum Rücktritt die größte Herausforderung. „Ich habe den Job sehr gerne gemacht. Ein lockerer Schmäh auf den Lippen und nichts zu ernst nehmen - damit bin ich immer gut gefahren, so bin ich“, so Bauer über seinen Zugang als Kommunalpolitiker. „Wenn ich jünger wäre, würde ich in der Kommunalpolitik bleiben. Auch wenn ich sagen muss, dass es früher ohne Handys einfacher war“, sagt er lachend .

In wenigen Tagen übernimmt Gabi Pöll (ÖVP) das Amt von Bauer. Welchen Rat gibt der langjährige Ortschef seiner Nachfolgerin mit? „Weiterhin eine gute Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister zum Wohle der Bevölkerung aufrecht erhalten, mit dem Ohr bei den Menschen sein“, das wünscht sich Bauer von Pöll.

Im Namen der Gugginger Bevölkerung wünscht Pfarrgemeinderat Theo Weiß dem scheidenden Ortsvorsteher alles Gute für die Pension und blickt auf besondere Zeiten mit Bauer zurück: „Maria Gugging bedankt sich mit großem Applaus für deinen Jahrzehnte langen Einsatz im Interesse der Bürger und des Ortes. Du hast große Spuren gelegt und wir wünschen dir sowie Deiner Familie für die Zukunft Gesundheit und viel Freude mit deinen Enkeln.“

Auch persönliche Worte der Wertschätzung richtet Weiß an Bauer: „Ich persönlich möchte mich für deine Freundschaft recht herzlich bedanken. Wie verbrachten mit unseren Freunden viele schöne Stunden und du bist in Toleranz, Menschlichkeit und Akzeptanz sowie Anerkennung von politischen Mitbewerbern immer ein großes Vorbild.“

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