„Haider-Sager ist Sauerei“. Zank / FP-Stadtrat Pitschko sieht Ortsvorsteher als Gesinnungsschnüffler und wirft Bauer vor, Zugezogene als „Blaue aus dem Haiderland“ bezeichnet zu haben. Bauer dementiert vehement.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 30. Juli 2014 (09:06)
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Josef Pitschko (FP) beschuldigt den Maria Gugginger Ortsvorsteher, neue Einwohner als „Blaue aus dem Haiderland“ bezeichnet zu haben.

„Was ist das für eine Art“, zeigt sich FP-Stadtrat Josef Pitschko über seinen Polit-Kollegen empört. Der Maria Gugginger Ortsvorsteher Johann Bauer soll zwei neue Einwohner der Katastralgemeinde bei einem Fest als „Blaue aus dem Haiderland“ vorgestellt haben. „Als Ortsvorsteher muss er für alle Bürger da sein und nicht Gesinnungen suchen“, versteht Pitschko Bauers vermeintliches Verhalten nicht.

Auch die betroffenen Neu-Klosterneuburger können die Aussage nicht nachvollziehen, erzählt der FPÖ-Stadtrat, der bei der Veranstaltung nicht selbst dabei war: „Das Paar ist an mich herangetreten und hat mir von dem Vorfall erzählt.“ Die Dame spreche mit einem erkennbaren kärntnerischen Dialekt, über ihre politischen Interessen sage das aber nichts aus. Und selbst wenn, gehe Bauer die politische Neigung der Bürger nicht das Geringste an: „Das ist eine Sauerei“, so Pitschko. Ein Ortsvorsteher sei nur Hilfsorgan des Bürgermeisters und weder sein „Gesinnungsschnüffler“ noch sein „Spitzel“.

"Ich hätte ihn nicht so eingeschätzt"

Ortsvorsteher Bauer ist über die Anschuldigung völlig fassungslos: „Ich hätte ihn nicht so eingeschätzt. Er ist ein kluger und sympathischer Mensch.“ Solche Aussagen habe er Pitschko nicht zugetraut. Umso mehr trifft den Ortsvorsteher der Vorwurf des FP-Stadtrats. Seine Pflichten nimmt Bauer sehr ernst: Bei Wahlen biete er allen gehbehinderten Wählern an, sie zu den Urnen zu führen. Und dabei sei ihm egal, welche Partei sie unterstützen. Bauer verfolgt nur ein Ziel: „Die Wahlbeteiligung soll möglichst groß sein.“ Wieso Pitschko ihm feindliche Aussagen gegenüber anderen Parteien zuschreibt, kann er nicht verstehen: „Aber so sind Blaue. Sie verdrehen alles.“

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An die Veranstaltung, bei der Bauer die vermeintliche Aussage getätigt haben soll erinnert er sich gut: ein Fest zum 1. Mai im Maria Gugginger Volksheim. „Festredner bei der Feier war Hannes Bauer“ bestätigt der Maria Gugginger  — allerdings nicht der Klosterneuburger Ortsvorsteher, sondern ein Politiker der SP Niederösterreich. „Das war eine emotionale Rede“, erinnert sich der Ortsvorsteher. Die Bezeichnung „Blaue aus dem Haiderland“ sei aber nicht gefallen. Und selbst habe der Maria Gugginger bei dieser Veranstaltung das Wort nicht ergriffen. Pitschkos Vorwurf dementiert der Ortsvorsteher vehement: „Zu behaupten, ich hätte so etwas gesagt, ist Rufschädigung.“

Erhitzte Gemüter wegen Wahlkampf?

Wie ist die Anschuldigung des FPÖlers zu verstehen? Vielleicht als Wahlkampf-Ansage zur bevorstehenden Gemeinderatswahl? Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ich bin kein Wendehals wie Pitschko. Ich werde nicht gewählt, sondern nur bestellt. Ich bin kein Politiker, sondern nur Ortsvorsteher.“ Um solche Vorwürfe in Zukunft zu vermeiden, weiß Bauer einen Weg: „Pitschko kann gerne zu unsren Veranstaltungen kommen, dann können keine Missverständnisse passieren.“

Aber FP-Stadtrat Pitschko ist überzeugt, dass es sich in diesem Fall um keinen Irrtum handelt, und beharrt darauf, dass sich Bauer beim Tisch als Ortsvorsteher vorgestellt habe und die Bezeichnung „Blaue aus dem Haiderland“ verwendet habe. „Ich gebe lediglich die Beschwerde von Bürgern weiter. Und wieso sonst sollen sie das so gesagt haben?“