Kreisverkehr beim IST Austria als Sorgenkind. Der Kreisverkehr beim IST Austria in Maria Gugging sorgt bei nicht wenigen Guggingern für Kopfzerbrechen. Es gibt keinen Schutzweg und keinen Gehsteig für Passanten.

Von Thomas Török. Erstellt am 12. Juni 2021 (03:05)
Kreisverkehr IST Austria
Löst bei vielen Einwohnern Maria Guggings Unmut aus: Der Kreisverkehr beim IST Austria. 
Török

Kreisverkehre in besiedelten Räumen sind im Normalfall so gesichert, dass die Sicherheit der Fußgänger durch den fließenden Verkehr nicht beeinträchtigt ist. So sind diese zumindest durch Gehsteige oder Schutzwege geschützt. In Maria Gugging gibt es diese bei einem dicht befahrenen Kreisverkehr jedoch nicht. Der Unmut der Anrainer und Passanten, die regelmäßig dort zu Fuß verkehren, ist am Wachsen.

Dieser Kreisverkehr beim Institute of Science and Technology Austria (IST) in Maria Gugging liegt an der Bundesstraße 14 und wird daher vor allem von Pendlern dicht befahren. Diese sind mit Bus oder Privatauto täglich zu Arbeit und Schule unterwegs. Vor allem für jene Schüler, die die Straße beim Kreisverkehr am Weg zur Bushaltestelle überqueren müssen, ist es ein nicht ungefährlicher Weg. Auch für Senioren, die auf den Bus angewiesen sind.

Autos und Busse sind zu schnell unterwegs

Es haben sich bereits Einwohner an die Gemeinde gerichtet, damit hier endlich etwas getan wird, das die Sicherheit der Passanten gewährleistet. „Viele Kinder, alte Leute und Leute mit Hund gehen dort – aber Busse und Autos rasen durch. Muss da erst einmal ein Kind, ein Hund oder ein alter Mensch niedergeführt werden, bevor man reagiert?“, äußert sich etwa eine Guggingerin zu dem Thema. „Die Straße ist eine 50er-Zone, es halten sich aber viele einfach nicht daran“, so die Dame weiter.

Auf Anfrage der NÖN hat die Gemeinde auf dieses Anliegen reagiert. „Grundsätzlich kann ich das Ansuchen zu hundert Prozent nachvollziehen: Es kann kein Dauerzustand sein, dass eine Straße im Ortsgebiet mit der entsprechenden Siedlungsentwicklung keine baulich getrennten Gehsteige hat. Allerdings ist aufgrund der Breiteverhältnisse der gesamte Straßenraum umzuorganisieren und neuzubauen“, so der Stadtrat für Mobilität und Verkehr, Johannes Kehrer (PUK).

„Bei entsprechender budgetärer Lage und wenn bei der bereits betagten Straße ohnehin eine Sanierung erforderlich ist, wird jedenfalls die Errichtung eines Gehwegs oberste Priorität haben“, so Kehrer weiter. Der sich damit beschäftigende Ausschuss hat heuer die Umsetzung einer flächendeckenden 30km/h-Beschränkung (ausgenommen Landesstraßen) beschlossen, die auch die alte Hauptstraße mit einschließt.

„Aufgrund der Breiteverhältnisse ist der gesamte Straßenraum umzuorganisieren und neuzubauen.“ Johannes Kehrer, Stadtrat für Molilität und Verkehr (PUK)

Die Markierung eines Gehwegs auf die Fahrbahn im Bestand sieht der Stadtrat nicht als sinnvoll an: „Diese wäre eine kosmetische Maßnahme mit zweifelhaftem Nutzen. Denn im Begegnungsfall müssten größere Fahrzeuge auf den Gehweg ausweichen, wodurch eine Verkehrssicherheit vorgetäuscht würde, die schlichtweg nicht gegeben ist.“ Somit ist die einstweilige Lösung, mit der das Thema behandelt wird, beschlossen.

„Aus Sicherheitsgründen hat sich der Ausschuss einstimmig dafür ausgesprochen, dass die 30 km/h Zone im Zuge der flächendeckenden Verordnung die sinnvolle Erstmaßnahme ist und die bauliche Herstellung eines Gehsteigs mittelfristig umgesetzt werden soll“, bekräftigt Kehrer.