Zukunft der Pfarre weiter ungewiss. Missionare ziehen sich zurück. Finanznot und Zukunftssorgen bei Kirche und Grotte.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 13. März 2019 (03:20)
Über 10.000 Gläubige besuchen die Lourdesgrotte jährlich. Die Betreuung der Wallfahrtsstätte obliegt dem Maria Gugginger Pfarrgemeinderat.
NÖN

Über 100 Jahre blickt die Pfarrkirche – von ihrem hohen Podium im Herzen des Ortes aus – herab auf alles, was in Maria Gugging passiert. Momentan ist es andersrum: Die Augen sind auf die Pfarre und deren Zukunft gerichtet. Die Mariannhiller Missionare, die bisherigen Erhalter, kehren der Wallfahrtsstätte den Rücken. Damit endet die über 60-jährige Ära als Missionskirche.

NOEN

Gespräche zwischen dem Orden und der Pfarre laufen seit Sommer. Nun ist es fix: Bis Ende August stellen die Mariannhiller die pastorale Betreuung, dann verlassen sie Maria Gugging. Wie die Pfarre ab September erhalten und verwaltet wird, steht noch in den Sternen. Klare Vorstellungen für die Zukunft hat Theo Weiß, langjähriges Mitglied im Pfarrgemeinderat: „Wir bestehen darauf, eine eigenständige Pfarre zu bleiben.“ Dafür benötigt es einen eigenen Priester – und der muss nun von der Erzdiözese Wien gefunden werden.

„Wir sind positiv eingestellt, dass wir wie bisher weitermachen können.“ Sabine Schuster, Vize im Pfarrgemeinderat

Sabine Schuster, stellvertretende Vorsitzende des Pfarrgemeinderats, ist optimistisch: „Wir sind positiv eingestellt, dass wir wie bisher weitermachen können.“ Die Zukunft der Maria Gugginger Kirche ist auch eine Frage der Wirtschaftlichkeit.

Und da ist die mit 500 Katholiken kleine Pfarre, die in finanziellen Schwierigkeiten steckt, nicht gerade attraktiv. Außerdem liegt die Pfarre isoliert, an der äußersten Grenze der Erzdiözese Wien und umgeben vom großen Pfarrgebiet des Stifts Klosterneuburg. Weiß: „Wir sind eine arme Braut und kein schönes Mädchen.“

Lourdesgrotte als große Aufgabe

Ein neuer Erhalter der Pfarre wäre nicht nur für die Kirche verantwortlich, sondern auch für die Lourdesgrotte mit ihren jährlich über 10.000 Besuchern. Weiß: „Die Grotte obliegt dem Pfarrgemeinderat. Viele unterschätzen das, weil sie glauben, dass die Grotte eine eigene Organisation ist.“

Die Hoffnungen vieler Maria Gugginger Kirchengänger liegen beim Stift Klosterneuburg. Die Chorherren können aber, so Weiß, nicht einschreiten ohne Auftrag der Erzdiözese. Trotzdem führt die Pfarre bereits Gespräche mit dem Stift. Die Pfarrgemeinde ist bemüht, eine Lösung zu finden. Weiß: „Wir schlafen nicht. Uns ist das Problem bewusst.“

Da die Zukunft aber ungewiss ist, sind derzeit alle Investitionen zur Renovierung der Kirche gestoppt. Mit langen Wartezeiten bis zur endgültigen Entscheidung rechnet Vize-Vorsitzende Schuster nicht: „Ich hoffe, dass wir Anfang Mai beim Jubiläumsfest der Feuerwehr schon mehr wissen.“

Hoffnungsvoll fiebert Schuster auch einem anderen, großen Jubiläum entgegen: dem 100. Geburtstag der Grotte im Jahr 2025. „Ich habe als Kind die Leute beim 50-Jahre-Fest begrüßt und möchte auch das 100-jährige Jubiläum feiern können.“

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