"was leid tut": Jahresausstellung im Stift gestartet. Stift Klosterneuburg: Alte, moderne und zeitgenössische Kunstwerke veranschaulichen, „was leid tut“ – unter vielen Aspekten.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 01. August 2020 (03:43)
Gea van Eck, Angespült (Washed ashore, aus Wolle/Nadelfilz, 2017)
Stift Klosterneuburg/Walter Hanzmann

Mit der Ausstellung „was leid tut“ hat das Stift Klosterneuburg am 1. Juli wieder seinen regulären Kulturbetrieb aufgenommen. Die verschiedenen Aspekte des Begriffs “Leid“ werden anhand von Kunstwerken alter, moderner und zeitgenössischer Kunst veranschaulicht.

Die Ausstellung „was leid tut“ führt in sechs Abschnitten durch die Themen Vertreibung aus dem Paradies, Martyrium, Zweifel, Trauer, Reue hin zu Trost & Hoffnung. Die dafür zusammengestellten Exponate stammen aus sieben Jahrhunderten, von der gotischen Handschrift des frühen 15. Jahrhunderts bis zu Arbeiten, die eigens für die Ausstellung geschaffen wurden.

Dabei gibt es Leitfiguren aus der christlichen Bildtradition wie Hiob, Christus am Ölberg, die Pietà, heilige Märtyrer, den reuigen Petrus, den depressiven König Saul, aber auch Schutzpatrone und Schutzengel. Die Gegenüberstellungen alter, klassisch moderner und zeitgenössischer Kunst eröffnen instruktive Spannungsbögen durch die Kunst- und Kulturgeschichte. Gerade zwischen den Werken aus unterschiedlichen Epochen ergeben sich oft erstaunliche Parallelen, die zeigen, dass es sich bei dem Thema “Leid“ um ein Phänomen handelt, das Menschen zu allen Zeiten quer durch alle Kulturkreise und Weltanschauungen betroffen und bewegt hat.

Individuelle Zugänge heutiger Künstler

Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler haben die Schau mit Werken unterstützt, die teilweise von einschneidenden persönlichen Erlebnissen inspiriert wurden und überaus individuelle Zugänge zum Thema “Leid“ finden. Darunter sind Arbeiten von Linde Waber, Julia Faber, Simon Schober, Michael Endlicher, Thomas Naegerl, Hans Robert Pippal und Susanne Geister. Auch Kunstwerke, die aus dem Wettbewerb um den St.-Leopold-Friedenspreis 2020 hervorgegangen sind, wurden in die Ausstellung integriert.

„Es geht nicht nur um die klassischen Martyrien, wenn Menschen ihren Glauben, ihre Überzeugung oder nur ihre bloße ethnische Zugehörigkeit mit dem Leben bezahlen. Martyrien finden auch jetzt, hier, unter uns statt. Schicksalsschläge können für die Betroffenen selbst, aber auch für ihre Familienangehörigen das Leben zum Martyrium werden lassen“, erläutert Kurator Wolfgang Christian Huber.

Die Ausstellung in der Sala-terrena-Galerie hat in der Sommersaison täglich von 9 bis 18 Uhr und in der Wintersaison täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Ausstellungsführungen gibt es am Samstag und am Sonntag jeweils um 12 und 15 Uhr. Bis 15. November 2021 wird die Schau zu sehen sein. Ein Katalog enthält alle Werke der Ausstellung sowie alle Finalistinnen und Finalisten des St.- Leopold-Friedenspreises. Kurzvideos auf der Website des Stiftes geben Einblick in die Themen.