Isolierte Vorbereitungen in Klosterneuburg. Sowohl im Landesklinikum Klosterneuburg als auch in den Pflegeheimen der Stadt gilt ein Besuchsverbot. Im Krankenhaus laufen derweil Maßnahmen für den Notfall.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 18. März 2020 (03:21)
Dank des modernen Kommunikationssystems im neuen Haus der Barmherzigen Brüder in Kritzendorf können die Bewohner zum Beispiel die Heilige Messe auf ihren Zimmern verfolgen und mitfeiern.
Barmherzige Brüder

Corona hat ganz Österreich im Griff. Immer wieder wird dabei der Einsatz der Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen betont und belobt. Auch die medizinischen Einrichtungen in Klosterneuburg stehen in dieser Ausnahmesituation vor besonderen Herausforderungen.

Ein besonders erhöhtes Arbeitspensum kommt derzeit auf die Mitarbeiter in Krankenhäusern zu – so auch im Landesklinikum Klosterneuburg, wo man schon jetzt eine Mehrbelastung spürt. „Es werden viele vorbereitende Maßnahmen getroffen, was natürlich zu einer Mehrbelastung führt“, erklärt Renate Haushofer von Landesklinikum. Daher wurden ab diesem Montag alle elektiven Eingriffe bis auf Weiteres abgesagt beziehungsweise verschoben. Akut-operationen, wie zum Beispiel ein Kaiserschnitt, werden selbstverständlich weiterhin durchgeführt. Ebenfalls von dieser Regelung betroffen sind die Ambulanzen. „Planbare Ambulanzen werden verschoben, die Akut-ambulanz bleibt offen“, informiert Haushofer.

Auf den Ernstfall vorbereitet

Aber was passiert, wenn jemand mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion ins Krankenhaus kommt? Dazu hat Haushofer grundsätzlich eine Bitte: „Treten Fieber, Husten oder Atemnot auf, kann man unter 1450 erfragen, wo man adäquate Hilfe bekommen kann.“ Sollte doch ein Patient mit Corona-Verdacht direkt in das Landesklinikum kommen, würde dieser sofort isoliert und bei Bestätigung der Diagnose aus dem Landesklinikum verlegt.

Besucher mussten sich bereits ebenfalls auf Änderungen einstellen. Besuche sind nur mehr in Ausnahmefällen und in Rücksprache mit dem diensthabenden Personal erlaubt.

Alle elektiven Eingriffe und alle planbaren Ambulanzen werden derzeit im Landesklinikum Klosterneuburg verschoben. In Akutfällen wird natürlich operiert beziehungsweise steht dieAkutambulanz zur Verfügung.
NOEN

Eine ähnliche Regelung gilt auch im Pflege- und Betreuungszentrum Klosterneuburg, dem Agnesheim. Seit vergangenem Samstag gilt dort ein generelles Besuchsverbot, wobei Besuche in Härtefällen mit triftigen Gründen nach Rücksprache mit der Direktion noch möglich sind. „Ich möchte dankbar betonen, dass die Angehörigen sehr verständnisvoll auf unsere Maßnahmen reagieren“, bedankt sich Direktor Michael Strozer.

„Ich möchte dankbar betonen, dass die Angehörigen sehr verständnisvoll auf unsere Maßnahmen reagieren.“ Michael Strozer, Direktor Pflege- und Betreuungszentrum Klosterneuburg

Neben dem Besuchsverbot schützen sich Mitarbeiter und Bewohner vor allem durch strikte Einhaltung der Hygienemaßnahmen, die immer in Rücksprache mit den Experten des Landes NÖ erarbeitet werden. Außerdem werden Mitarbeiter, die Symptome aufweisen, angehalten, zu Hause zu bleiben.

Dies hat aber keinen weiteren Einfluss auf das Leben der Menschen im Agnesheim. „Wir haben ein stark verringertes Betreuungsangebot auf den einzelnen Ebenen, holen aber Bewohner nicht zu internen Veranstaltungen aus den Stockwerken zusammen. Auch ohne diese zusätzlichen Aktivitäten werden die Bewohner bestens betreut. Alle Kollegen bemühen sich, den Alltag so normal wie möglich zu gestalten“, versichert Strozer. Ähnlich sehen die Schutzmaßnahmen auch bei „Barmherzige Brüder – Pflegen – Betreuen – Wohnen“ in Kritzendorf aus. Neben dem Besuchsverbot und der Sperre der Cafeteria setzen Direktor Dietmar Stockinger und sein Team auf moderne Medien, um den Bewohnern bei den Barmherzigen Brüdern die derzeitige Umstellung so angenehm wie möglich zu gestalten. „Für die Bewohner wurde nun auch die Möglichkeit geschaffen, mittels Skype Videotelefonie, wenn gewünscht, mit ihren Angehörigen in Kontakt zu treten.“