Mit Liebe zum Detail. Josef Bauer und Sohn haben mit ihren eifrigen Mitarbeitern die Gärten und Höfe des Stiftes wieder auf Hochglanz gebracht. Besucher dürfen sich auf ein Fest der Sinne freuen.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 06. Juni 2014 (11:21)
Josef Bauer junior, Daniela Murlasits, Boitan Sandu, Le Van Hung und Josef Bauer (v.l.) haben in den letzten tagen vor der Eröffnung der Gartentage noch alle Hände voll zu tun.Martin Gruber-Dorninger
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KLOSTERNEUBURG / Rechen und Besen scharren über den Kiesboden, das synchrone Klappern von Gartenscheren ist zu vernehmen und hektisches Treiben vermutet man hinter dem blickdichten Zaun, der den unteren Teil des Stiftsareals umgibt. Betritt man dann die Gärten beim Orangerie-Eingang am Niedermarkt, werden die Eindrücke bestätigt – es geht bald wieder los, die Gartentage stehen auf dem Programm.

Von Freitag, dem 6. bis Montag, dem 9. Juni öffnet die prächtige Gartenanlage wieder ihre Pforten und gewährt den Besuchern einen Einblick in die Geschichte der Botanik. Dafür verantwortlich zeichnet Josef Bauer, der seit rund 20 Jahren mit der Aufgabe betraut ist, die Gärten und Höfe des Stiftes in ein blühendes Kunstwerk zu verwandeln.

„Eigentlich bin ich ja schon in Pension, aber ich lasse das eine oder andere Mal gerne noch meine Erfahrungen in die Arbeit der Gärtner einfließen“, verrät Bauer. Den größten Teil der Arbeit schultert mittlerweile sein Sohn, ebenfalls Josef. „Insgesamt sind wir nur drei Gärtner hier, haben aber tatkräftige Unterstützung von etwa 16 Mitarbeitern“, ist Josef Bauer junior mit seiner Mannschaft zufrieden.

Rosen in allen  Farben und Formen

Die Hauptattraktionen bei der Gartenschau kann man ebenfalls erkennen, ohne sie noch gesehen zu haben. Betörend verbreiten sie seit einigen Tagen ihren Duft über die Babenbergerstadt und beeindrucken mit ihrer Schönheit – die Rede ist von den Rosen. In allen Formen tauchen sie das Areal in Farbe. Von weiß bis ganz dunkelrot stehen sie derzeit in Blüte.

Doch nicht nur die Blumenpracht soll den Besucher erfreuen. An die 50 Aussteller werden den Besuchern das Gärtnern schmackhaft machen und sicher auch den einen oder anderen Tipp an die Hobbygärtner weitergeben können. „Zusätzlich warten wir auch noch mit ein paar Attraktionen auf. So wird es einen Holzschnitzer, einen Profi-Imker und auch Kräuterführungen geben“, nennt Josef Bauer nur wenige der Highlights. Der Koiteich wird neu bestückt sein, ein Aussteller wird über Kneipp-Kuren informieren, und auch kulinarisch wird für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Doch wer seine Ruhe finden will, wird ebenfalls bei den Gartentagen fündig. Sieben Höfe und Gärten wurden liebevoll gestaltet und stehen jeder für sich für eine Epoche. „Ich habe mir bei einem Rundgang des Areals einst gedacht, dass dies eine gute Idee wäre“, verrät Bauer. Der erste Hof ist der mittelalterliche Hof. „Ich habe mich schlau gemacht, was damals angebaut wurde, und versucht, dies nachzuempfinden“, berichtet Bauer stolz. So verliert man sich während eines Spazierganges in einer Zeitreise der botanischen Kunst. Fenchel, Maggikraut und weitere Gewürze lassen sich sinnlich erfassen und geben obendrein Inspiration für den eigenen Garten.

„Natur im Garten“ ist wichtiges Thema 

Ein Thema ist den Bauers aber besonders wichtig, nämlich die „Natur im Garten“. „Der Trend zeigt, dass die Menschen immer mehr auf Chemie im eigenen Grün verzichten wollen. Wir stehen mit Rat und Tat zur Verfügung, da wir dies selbst in unseren Gärten auch anwenden“, unterstützt Josef Bauer die Initiative. Jedenfalls muss bis zur Eröffnung alles sitzen, denn eines kann man den Bauers nicht vorwerfen: dass sie nicht versuchen das Ausstellungsareal von der schönsten Seite zu zeigen. Da hilft eine gehörige Portion Perfektionismus.