Museum sperrt zu

Erstellt am 28. August 2015 | 05:27
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Foto: NOEN, NÖN
Dem Mährisch-Schlesischen Heimatmuseum wurde vom Land NÖ gekündigt. Ab 1. September ist der bisherige Standort Geschichte. Wie es weitergehen soll, ist bislang unklar.
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Das Mährisch-Schlesische Heimatmuseum in Klosterneuburg schließt seine Pforten. Das 1918 gegründete Museum, nun seit über 40 Jahren in Klosterneuburg in der „Rostock-Villa“ beheimatet, sperrt per 1. September 2015 zu.

Die Vorgeschichte: Vor sieben Jahren wurde das damals im Eigentum der Stadtgemeinde stehende, sanierungsbedürftige Gebäude, in dem seinerzeit auch das Stadtmuseum untergebracht war, an das Land Niederösterreich verkauft. Zwecks Umbaus in ein „Sprachkompetenz-Zentrum“, wie zunächst verlautete. Bei Nichtzustandekommen des Projektes wurde der Rückkauf durch die Gemeinde vereinbart.

Gebäude wird in einem öffentlichen Meistbieterverfahren verkauft

Im Frühjahr 2015 hat das Land NÖ der Gemeinde die Rückabwicklung des Verkaufs angeboten. Der Gemeinderat lehnte diese Option jedoch ab. Das Gebäude wird daher nun vom Land NÖ in einem öffentlichen Meistbieterverfahren verkauft.

„Das im Haus befindliche Feuerwehrmuseum und unser Museum erhielten die Kündigung per 30. Oktober 2015“, erklärt Museumsleiter Heinz Hadwig. Wie es nun weitergeht, weiß auch er noch nicht: „Ob das Museum eine Zukunft an einem anderen Standort hat, ist unsicher. Die Gemeinde bietet eine ehemalige Lagerhalle der Klosterneuburger Pionierkaserne an. Die Adaption und Aufschließung ist aber bisher nicht im Gemeinderat beschlossen, ein Terminplan ausständig.“

Kulturstadtrat Konrad Eckl bestätigt diese Absicht, kann vorerst aber nur Lagerungsmöglichkeit anbieten sowie die Überlassung gemeindeeigener Räumlichkeiten für Veranstaltungen. Als letzte Lösung bieten die NÖ Landessammlungen beziehungsweise das NÖ Landesarchiv die geschlossene Übernahme der Sammlung an.

Dazu meint Gerhard Zeihsel, Bundesobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Österreich (SLÖ), dass vom Bundesland Niederösterreich und auch von der Patenschaftsgemeinde Klosterneuburg eine
alternative Unterbringung für diese wichtigen Kulturwerte erwartet werde: „Es ist eine Nagelprobe für die in diversen Gesprächen immer wieder zugesagte Unterstützung unserer Anliegen!“

Weiterhin Initiative für Erhalt als Kulturstätte

Das Museum in der Schießstattgasse 2 kann nur noch an folgenden Terminen besucht werden: Dienstag, 25. August von 10 bis 16 Uhr, Samstag, 29. August von 13 bis 17 Uhr, Sonntag, 30. August von 9 bis 13 Uhr sowie Dienstag, 1. September von 10 bis 16 Uhr.

Detail am Rande: Am Sonntag, 13. September findet in Klosterneuburg wieder der traditionelle Sudetendeutsche Heimattag statt. Er steht diesmal unter dem brisanten Thema „Vor 100 Jahren Völkermord an den Armeniern – vor 70 Jahren an den Sudetendeutschen“. Angekündigt sind unter anderem Grußworte von Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und den Vertriebenensprechern. Bleibt abzuwarten, ob der Bürgermeister dem bis dahin bereits geschlossenen Museum
eine konkrete Perspektive bieten kann.

Um den Erhalt der Rostockvilla als Museums- und Kulturstandort kämpft nach wie vor ein Bürgerkomitee, das mit einer Unterschriftenaktion die Abhaltung einer diesbezüglichen Volksbefragung erreichen will, um zu verhindern, „dass die Villa zum Spekulationsobjekt - mit den damit verbundenen Risiken wie Verbauung, Verlust des Ortsbildes - verkommt und nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich ist.“ ( www.rostock-villa.at )

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