Entspannung im Klosterneuburger Spital. Die Landesklinik Klosterneuburg zählt derzeit zwei Covid-Patienten, in Tulln wird ein Covid-Patient im Spital behandelt. Der Tenor: „Haben Redliches geleistet.“

Von Christoph Hornstein und Claudia Wagner. Erstellt am 02. Juni 2021 (04:49)
Nur zwei Patienten sind stationär aufgenommen und fast alle Mitarbeiter durchgeimpft. Der ärztliche Direktor des Landesklinikums Klosterneuburg leitet eine fast corona-freie Zone.  Fotos: Hornstein/LK Klosterneuburg
Hornstein/LK Klosterneuburg

Monatelang bestimmte eine Ziffer den Grad unserer aller Freiheit: die Auslastung der Corona-Intensivbetten. Von den 7.600 Spitalsbetten in 27 Niederösterreichischen Kliniken wurden in Spitzenzeiten der Infektion 960 als Corona-Betten freigestellt und an die 400 als Corona-Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit adaptiert.

Das ist heute Gott sei Dank anders geworden.

„Wir sind gut durch die Krise gekommen und schöpfen jetzt neue Kraft.“Herbert Huscsava, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Klosterneuburg

Mit aktuell in NÖ 1.768 infizierten Personen, davon 96 hospitalisierten und davon wiederum 41 auf den Intensivstationen liegenden Personen (Stand: 31. Mai) hat sich die Lage weitgehendst normalisiert.

So auch im Landesklinikum Klosterneuburg. „Ja, wir haben noch zwei Corona-Patienten und keinen Corona-Intensivpatienten“, bestätigt der Ärztliche Direktor des Landesklinikums Klosterneuburg, Herbert Huscsava, die Zahlen. Die Intensivstation mit ihren sechs Betten bleibe aber bestehen.

„Von den sechs Intensivbetten sind zwei für Covid-Patienten vorgesehen. Wir sind froh, dass die Zahlen im Fallen sind“, zeigt sich Huscsava erleichtert. Er rechnet damit, dass „wir auch im Sommer und im Herbst Covid-Patienten haben werden. Diese Versorgung können wir also weiterhin sicherstellen.“

Der Ärztliche Direktor kommt nicht umhin, seine Crew zu loben: „Insgesamt haben unserer Mitarbeiter Redliches geleistet. Wir sind gut durch die Krise gekommen und schöpfen jetzt neue Kraft.“

„Erschöpft, aber vorsichtig optimistisch“

Hoffnung macht sich auch im Universitätsklinikum Tulln breit: „Die Stimmung ist erschöpft, jedoch vorsichtig optimistisch und mit großer Vorfreude auf einen hoffentlich ,normalen‘ Sommerurlaub“, gibt Sprecherin Viola Hirschbeck Einblick. Der Status quo: nur ein Covid-Patient – „dieser liegt auf der Intensivstation“, so die Sprecherin.

Seit Pandemie-Beginn gab es am UK Tulln psychologische Entlastungsgespräche für das Personal – dieses Angebot wurde gut angenommen. Hirschbeck resümiert: „So schwer diese Zeit für alle Mitarbeiter war, wurde uns einmal mehr bewusst, dass mit dem nötigen Zusammenhalt alles machbar ist.“

Ein nächster Schwerpunkt für das Spital: der Ausbau der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Bedarf ist durch Corona gestiegen. „Hier hat sich tatsächlich ein deutlicher Anstieg an Patienten bemerkbar gemacht. Neben den Essstörungen war es der große Bereich der depressiven Verstimmungen.“

In die Zukunft blickt man auch in Klosterneuburg. Huscsava: „Wir konzentrieren uns derzeit voll auf die Tagesklinik. In der Chirurgie, Unfallchirurgie und Augenheilkunde sind wir voll ausgelastet.“