NEOS machen Wind. Reaktionen / Die NEOS treten zu den Gemeinderatswahlen 2015 an und formieren sich jetzt. Was sagen die anderen Parteien dazu?

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 27. März 2014 (23:59)
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Von Christoph Hornstein

KLOSTERNEUBURG / Die Nachricht der Gratiszeitung „Heute“, dass Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager „der beste Freund“ des NEOS-Klosterneuburg-Gründers Peter Bachmann sei, veranlasst den Grünen-Chef Sepp Wimmer zu folgendem Kommentar: „Interessant wäre es einmal, wenn die ’Beste Freunde Partei‘ offen sagen würden, wo sich ihre kommunalen Inhalte und Ziele von der ÖVP unterscheiden?“ Für Wimmer treten die NEOS nur für den Machterhalt der Klosterneuburger ÖVP an. Wimmer: „Wo in Klosterneuburg NEOS draufsteht, ist nur ÖVP drin.“

Image eines "ausgelutschten Pfefferminzzuckerls"

Darauf Fraktionsobmann Richard Raz, ÖVP: „Es ist bekannt, dass Bürgermeister Schmuckenschlager Freunde und Verbindungen über die Parteigrenzen hinweg hat und pflegt.“ Dadurch erhöhe sich das Verständnis füreinander, und es gäbe viele Ideen, die schon jetzt gemeinsam umgesetzt werden. Die Volkspartei werde sich rechtzeitig mit den politischen Profilen aller Parteien genau auseinandersetzen. Raz: „Die Nervosität der Grünen ist sehr verständlich. Schließlich gab es an der Grünen Spitze seit 20 Jahren keine Bewegung. Das Image ist das eines ausgelutschten Pfefferminzzuckerls. Da machen Newcomer wie die NEOS sicher Sorgen.“

Die Nachricht, dass die NEOS in einem Jahr bei den Klosterneuburger Gemeinderatswahlen antreten werden, wirbelt offensichtlich jetzt schon Staub auf. Die neue politische Konkurrenz in Klosterneuburg lässt auch die anderen Fraktionen nicht ganz kalt. Stadtrat Stefan Mann, SPÖ: „Dass die NEOS antreten, überrascht mich nicht. Aufgrund der Bevölkerungsstruktur haben sie großes Potenzial in Klosterneuburg. Was die Inhalte betrifft, bin ich sehr skeptisch.“

Auch Josef Pitschko, Fraktionschef der FPÖ, lässt an den NEOS kein gutes Haar: „Ich möchte mich nicht von jemandem, der noch nie eine Herzoperation gemacht hat, am offenen Herzen operieren lassen. Daher würde ich auch keine Liste in den Gemeinderat wählen, die noch nie mit Kommunalpolitik zu tun hatte.“ Chancen für die NEOS sieht Pitschko aber sehr wohl: „In einer Stadt, in der 72 Prozent für die EU waren, 80 Prozent Heinz Fischer zum Bundespräsidenten gewählt haben und in der eine ÖVP trotz aller Bauskandale eine absolute Mehrheit bekommen hat, kann es durchaus sein, dass so eine Partei der Beliebigkeit auch Erfolg haben wird.“

Auffanggesellschaft für vergrämte ÖVP-Wähler? 

Auch Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) sieht in den NEOS eine „Auffanggesellschaft für vergrämte ÖVP-Wähler“. „Herzig“ findet Hofbauer die Ausage der NEOS „Es hängt nicht davon ab, was wir wünschen, sondern was sich die Klosterneuburger von uns wünschen.“ Hofbauer: „Welchen Teil der Bevölkerung bitte? Die Tunnelbefürworter oder die Tunnelgegner? Die Golfplatzbefürworter oder die Golfplatzgegner? Die Befürworter von großvolumigem Wohnbau oder die Gegner? Die Herren wollen also zuerst gewählt werden, und dann sagen sie den Wählern, was sie machen wollen. Lustig, denn so etwas war noch nicht da.“