Hundskehle noch Monate gesperrt, Sanierung bitte warten. Geschäftsleute stöhnen nach Einsturz bei Nepomukbrücke: Obere Stadt ist seit Dezember nur noch von der Leopoldstraße erreichbar. Bundesdenkmalamt: „Dauert noch ein paar Monate.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 23. Januar 2019 (06:13)
Wagner
Durch den Sanierungsfall Nepomukbrücke ist die Hundskehle zur Sackgasse geworden und die Obere Stadt nur mehr einseitig erreichbar.

Am Freitag, 14. Dezember 2018, passierte es: Ein Teil des Widerlagers der über die Hundskehle führenden historischen Nepomukbrücke stürzte ein. Die Brücke aus dem 13. Jahrhundert ist seitdem gesperrt. Die Durchfahrt verboten. Dieser Umstand macht die umliegenden Geschäftsleute nervös: „Wir haben einen deutlichen Geschäftsrückgang. Wann wird die Brücke wieder passierbar sein?“

Neues Konzept muss erarbeitet werden

Die Stadtgemeinde bittet die Bevölkerung um Geduld. „Wir stehen in engem Kontakt mit dem Bundesdenkmalamt (BDA). Es haben sich einige neue Fragen ergeben“, so die Pressestelle aus dem Rathaus. Statt tragfähigem Stein soll sich loser Sand in dem Gemäuer befinden. Daher werde ein neues Sanierungskonzept erarbeitet. Und weiter: „Es wird fieberhaft daran gearbeitet, weil uns bewusst ist, dass es sich hier um eine wichtige Verbindung zwischen Oberer und Unterer Stadt handelt.“

Die NÖN wollte es genau wissen und kontaktierte das Bundesdenkmalamt (BDA). „Wir sind von einem gewissen Mauerwerksaufbau als Basis für die Sanierung ausgegangen. Dann hat das Mauerwerk plötzlich nachgegeben“, so die zuständige Mitarbeiterin des BDA für Klosterneuburg, Margit Kohlert. Nach dem Nachgeben des Widerlagers kam ein „individueller“ Aufbau aus Sand und Erde ans Tageslicht, der ein neues Sanierungskonzept erforderte.

„Kurzfristig wird es sicher keine Freigabe der Straße geben. Nach meiner Einschätzung muss man wohl mit noch ein paar Monaten rechnen.“Margit Kohlert, BDA

„In historische Bauwerke kann man leider nicht hineinschauen. Um wirkliche Gewissheit zu haben, müsste man das gesamte Bauwerk abtragen. Bei der Errichtung der historischen Brücke hat man hohes Gottvertrauen gehabt“, so Kohlert weiter. Im Bereich vom Straßenniveau bis etwa einen Meter Höhe zeigt sich dieser Zustand: hinter den Steinen – Sand und Erde. Aktuell nicht mehr tragfähig.

Derzeit wird vom Statiker an einem neuen Sanierungskonzept gearbeitet, deswegen ist es schwer, eine Einschätzung darüber abzugeben, wann die Sanierung abgeschlossen sein wird. Kohlert: „Da wird die Bevölkerung Geduld aufbringen müssen. Kurzfristig wird es sicher keine Freigabe der Straße geben. Nach meiner Einschätzung muss man wohl mit noch ein paar Monaten rechnen.“