"Grüner Strom" als Zankapfel in Klosterneuburg. Neue Widmungsart macht Errichtung von Paneelen im Grünland möglich. „Erst die Dachflächen nutzen“, fordert die PUK.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 14. April 2021 (04:14)
in gewaltiges Potenzial, auf den Dächern Strom zu erzeugen, bietet das Gewerbegebiet Schüttau.
PUK

Im Rahmen ihres letzten online abgehaltenen „BürgerInnen-Dialogs“, in dem es allen interessierten Bürgern möglich ist, sich einzubringen, hat die „Plattform Unser Klosterneuburg“ (PUK) eine Strategie hinsichtlich der neuen Widmungsart „Grünland Photovoltaik“ (GpV) offen und transparent erarbeitet. Hier kann die Gemeinde eine spezielle Widmung vergeben, mit der dann Solarpaneele in freier Natur zwecks Energieerzeugung errichtet werden. Das kann auch ein neues Geschäftsmodell sein.

Dass die NÖ Landesregierung mit der neuen Widmungsart „Grünland Photovoltaik“ (GpV) nun einen neuen Weg der Grünlandnutzung für Photovoltaikanlagen eröffnet hat, sieht die PUK skeptisch: „Wo ist das Ziel, ungenutzte Dachflächen zuerst zu ökologisieren – sprich zu begrünen und damit CO2 zu binden oder diese zur Öko-Stromgewinnung zu nutzen?“, fragt Gemeinderat Stefan Hehberger.

„Wo ist das Ziel, ungenutzte Dachflächen zuerst zu ökologisieren?“ PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger

Gewaltige, vollkommen versiegelte Bodenflächen, riesige nach Süden freie Hallendächer ohne Nutzung für erneuerbare Energien: So sieht die PUK das Gewerbegebiet – und sieht es als „vertane Chance“. Hehberger appelliert: „Zuerst sollten bereits vorhandene Möglichkeiten der Solarenergienutzung genutzt werden, bevor man neue Anlagen im Grünland bewilligt und errichtet und somit das Landschaftsbild einschränkt.“

Eine mögliche Hoffnung besteht laut Hehberger mit dem im letzten Gemeinderat mehrheitlich beschlossenen „EcoPlus“-Projekt. 25.000 Euro Steuergeld sollen dort in ein Entwicklungskonzept für das Gebiet fließen.

„Hier dürfen nicht wieder nur leere Worte gesprochen werden, das Gebiet muss zu einem ökologischen Vorzeigeprojekt werden“, mahnt Hehberger.

Eine weitere Forderung der PUK-Strategie ist es, wenigstens drei gemeindeeigene Bürger-Kraftwerke mit finanzieller Beteiligung von interessierten Bürgern zu verwirklichen.

„Die Strategie der PUK ist hier kaum von der bisherigen Vorgangsweise der ÖVP zu unterscheiden“, so der zuständige Stadtrat Roland Honeder (ÖVP). Nur dass die PUK, unter dem Ökodeckmäntelchen, Investoren auf Kosten des Steuerzahlers mehr Geld über PUK- Bürgerbeteiligungsprojekte geben wolle. Honeder: „Die ÖVP ist hier für einen sorgsameren Umgang mit Steuergeld, bei dem wirklich jeder Bürger etwas von PV-Strom hat.“

„Die Strategie der PUK ist hier kaum von der bisherigen Vorgangsweise der ÖVP zu unterscheiden“

Seit mehr als einem Jahrzehnt verfolge die Stadtgemeinde sehr konsequent den Ausbau der Photovoltaik. Auf gemeindeeigenen Dächern errichtete die Stadtgemeinde in diesem Jahr die 20. PV-Anlage und erzeuge somit Ökostrom für rund 450 Haushalte. Und auch bei der Flächennutzung beim Paneelenbau sind sich PUK und Honeder einig: „Gerade da Klosterneuburg große Flächen im Natura 2000-Gebiet hat, aber auch aus Gründen des Landschaftsschutzes und zur Verhinderung von Flächenkonkurrenz mit der Landwirtschaft wird die Priorität des PV-Anlagen-Ausbaus auch weiterhin bei schon versiegelten Flächen liegen.“

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