Firma verlangte 1.036 Euro für Aushub von Wespennestern. 1.036 Euro zahlte Gerhard Wetzel einer Firma für den Aushub zweier Wespennester. Rechnung bekam er keine. Geholfen hat es auch nichts. Die Feuerwehr half prompt: 150 Euro.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 09. Oktober 2019 (04:12)
Hornstein
Gerhard Wetzel zeigt auf den Rollladen im Badezimmer, dort wo die Wespen ihr Nest gebaut hatten.

Auch die größte Tierfreundschaft hat ihre Grenzen. Nachdem die Putzhilfe beim Reinigen der Fenster ein paar Stiche ins Gesicht abbekommen hatte, griff Gerhard Wetzel aus Klosterneuburg zum Telefon. Die zur Hilfe gerufene Schädlingsbekämpfungsfirma kassierte 1.036 Euro. Geholfen hat das aber nicht.

Zwei Wespennester – eines im Badezimmer- und eines im Stiegenaufgangsbereich – machten Gerhard Wetzel das Leben schwer. So fand er im Internet die Firma „hdw24 Schädlingsbekämpfung“ und bat um Hilfe.

„Ich habe blöderweise bezahlt. Das mache ich sonst nie, aber ich wollte endlich die Wespen loswerden.“ Gerhard Wetzel. 3400 Klosterneuburg

Am 18. September läutete es bei der Familie Wetzel an der Tür. Einer der Männer soll gesagt haben: „Sie müssen zuerst bezahlen, sonst machen wir nichts.“ In bar, versteht sich, und zwar 1.036 Euro. Die Bitte nach einer Rechnung soll mit den Worten „Rechnung gibt es keine“ abgelehnt worden sein. Das ärgert Gerhard Wetzel heute noch: „Ich habe blöderweise bezahlt. Das mache ich sonst nie, aber ich wollte endlich die Wespen loswerden.“

Die Wespennester wurden dann auch behandelt, aber mit reinem Wasser und einer Pumpenspritze, laut Wahrnehmung von Gerhard Wetzel. Dann sind die beiden Männer wieder weggefahren. Geholfen hat der Zauber gar nichts: „Die Wespen wurden nur noch aggressiver.“

Wetzel versuchte, schriftlich eine Rechnung einzufordern. Drei Mails blieben aber bis dato unbeantwortet. Auch eine Fristsetzung für eine Geldrückgabe bis 26. September und die Androhung, einen Rechtsanwalt einzuschalten, halfen nichts. Keine Antwort seitens der Firma.

„Die sind auch gleich gekommen und waren sehr nett und bemüht"

Die Frau des Hauses hatte dann am nächsten Tag die Idee, die Feuerwehr anzurufen. „Die sind auch gleich gekommen und waren sehr nett und bemüht“, berichtete Wetzel, „und haben ein Gemisch in die Wespennester gesprüht. Am nächsten Tag waren alle Wespen tot. Und das Ganze hat lediglich 150 Euro gekostet. Wir hätten gleich die Feuerwehr rufen sollen.“

Die NÖN bemühte sich sehr, mit der Firma „hdw24“ ins Gespräch zu kommen. Zufriedenstellend gelang es aber nicht. Ein Herr Berger stellte nach kurzer Nachschau fest, dass es keinen Auftrag Wetzel gäbe. Er werde sich aber darum kümmern und die NÖN zurückrufen. Der Rückruf kam aber nicht. Ein nochmaliger Versuch seitens der NÖN blieb ebenso erfolglos. Berger wäre auswärts tätig und könne nicht zurückrufen.

Gerhard Wetzel ist überzeugt, dass er ums Ohr gehauen wurde: „Ich habe mich an die NÖN gewandt, weil ich andere vor Schaden bewahren will. Vielleicht handelt der Nächste nicht so leichtgläubig wie ich.“