Klosterneuburger FPÖ wettert gegen Bürgermeisteramt. Externe Unternehmung unterstützt Pressereferat. FPÖ meint, 300.000 Euro Personalkosten sollten ausreichen.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 25. April 2019 (04:04)
Stadtrat Josef Pitschko kritisiert die Personalkosten des Bürgermeisteramtes.
NÖN

„Obwohl das Bürgermeisteramt heuer bereits mehr als 300.000 Euro Personalkosten verursacht, beauftragt die Stadtgemeinde externe Unternehmen ‚zur Beseitigung von Kommunikationsschwachstellen‘“, schimpft FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko und stimmt im Stadtrat dagegen.

Zur Beseitigung der Schwachstellen im Bereich der Kommunikation bei Energie und Umweltthemen beauftragte der Stadtrat die Firma „Spectra Today GmbH“ aus Gösing am Wagram mit der „Begleitung der Stadtgemeinde Klosterneuburg bei der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit im Bereich Umwelt und Energie für das Jahr 2019“. Aufgabe des beauftragten Unternehmens ist die „Ausfertigung von Texten im Bereich von Umwelt, Klimaschutz und Energie und beinhaltet Presseaussendungen, Zeitungsartikel, Newsletter, Onlinetexte und Social Media…“ Das Unternehmen kassiert für Texte bis 3.000 Zeichen 120 Euro, für Texte bis 6.000 Zeichen 190 Euro und pro Social Media Text 75 Euro netto.

Das teuerste Bürgermeisteramt?

Ein weiterer Beschluss der Stadtgemeinde, der Pitschko aufregt, denn bereits im Februar 2019 hatte der Stadtrat die Agentur „Welldone Werbung & PR GmbH“ mit der Erstellung einer Website betreffend das Projekt Pionierviertel inklusive Konzepterstellung, Design, Programmierung und Betreuung der Website zu einem Betrag von 24.240 Euro beauftragt, „um ein einheitliches Bild über das Projekt nach außen zu transportieren und faktenbasierte Informationen ansprechend bereitzustellen“, wie es hieß. Pitschko stimmte dagegen, wie die NÖN berichtete.

„Um eine qualitätsvolle Aussage über das Pressereferat zu erhalten, sollte man vielleicht die servicierten Journalisten fragen.“ Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister

Auch gegen die neue Unterstützung des Pressereferats ist Pitschko strikt und begründet es wie folgt: „Klosterneuburg hat das teuerste Bürgermeisteramt aller Zeiten. Allein für die Personalkosten sind im heurigen Budget der Stadt mehr als 300.000 Euro vorgesehen. Dabei erstellt das Bürgermeisteramt nicht einmal mehr schriftliche Wortprotokolle der Gemeinderatssitzungen. Und das von Bürgermeister Schmuckenschlager geschaffene Pressereferat hat anscheinend solche Schwachstellen, dass diese nur von externen Unternehmen beseitigt werden können.“

Für Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager ist die Kritik des FP-Stadtrates aus der Luft gegriffen. „Ob die parteipolitische Beurteilung der Pressearbeit des Bürgermeisteramtes der geeignete Maßstab ist, kann sich jeder ausmalen. Um eine qualitätsvolle Aussage zu erhalten, sollte man vielleicht die servicierten Journalisten fragen.“