Community Nurse in Klosterneuburg: 1,3 Millionen Euro bis Ende 2024

Erstellt am 11. Mai 2022 | 04:43
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8353258_pflege_shutterstock_photographee_eu.jpg
Der Pflegebedarf wird steigen. Mit dem Community Nurse- Projekt bekommt das Pflegeangebot eine neue Facette: Der Dienst soll erste Anlaufstelle für ältere Personen und pflegende Angehörige werden und über Angebote in der Stadt informieren.
Foto: Shutterstock-Photographee.eu
Startschuss für EU-gefördertes Projekt, um neue Pflege-Ansprechstellen zu etablieren.
Werbung

Die Alterspyramide ist auf den Kopf gestellt: Verglichen mit der Gruppe der 21- bis 25-Jährigen leben doppelt so viele 55- bis 60-Jährige in der Stadt, 4.427 Klosterneuburger sind sogar über 75. Das stellt Bürger und Gemeinde vor Herausforderungen. Das große Thema: Pflege. Und die soll um eine Facette reicher werden. Mit Mai startet nämlich das Community Nurse-Pilotprojekt.

Gemeinderat gab bereits im September grünes Licht

Der gemeinschaftliche Dienst soll Angehörigen helfen. „Ich kenne eine Familie in Weidling, wo die Frau den Mann 24 Stunden pflegt, die Tochter hilft auch mit. Sie brauchen ab und an jemanden, der drüber schaut für Verbandwechseln oder Wundversorgung“, erzählt Sozialstadtrat Karl Schmid. Nur: So ein Angebot gibt es laut Schmid nicht: „Es ist wirklich ein Wahnsinn, dass es in Klosterneuburg nicht möglich ist, dass man Pflege für eine Stunde kriegt. Das ist eigentlich erschütternd.“

Finanziert von der EU hat der Bund die Community Nurse-Förderung ausgeschrieben. Mehr als 120 Pilotprojekte werden in Österreich etabliert, Klosterneuburg ist eine der Leuchtturm-Gemeinden.

Auf Antrag der Grünen und Gemeinderätin Regina Doppelhofer (damals Grüne, heute parteilos) hat das Stadtparlament bereits im September grünes Licht gegeben, nun ist auch die Fördervereinbarung und der Vertrag über Kooperationsleistungen beschlossen. Darin werden geplante Aktivitäten beschrieben: „Die Community Nurse erfasst systematisch Pflege- und Betreuungsabgebote in der Region und ist zentrale Ansprechperson für alle gesundheits- und pflegebezogenen Fragestellungen in der Gemeinde.“ Das Angebot richtet sich an ältere Personen und an pflegende Angehörige.

Und: „Die Aktivitäten der Community Nurse wird durch die Gemeinde unterstützt, indem diese das Leistungsabgebot der CN durch eine Informationskampagne sichtbar macht. Ebenfalls unterstützt die Gemeinde beim Netzwerkaufbau. Eine Zusammenarbeit mit Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, mobiler Pflege, Essen auf Rädern etc. wird angestrebt.“

„Bevor großartige Erwartungen gestellt werden: Es wird keinen einzigen Pfleger zusätzlich geben.“ Kritik von FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko

8.550 Leistungsstunden und fünf Mitarbeiter einer externen Firma sind vorgesehen. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro für den Zeitraum von 1. Mai 2022 bis 31. Dezember 2024.

Die FPÖ kritisiert diese Summe: „Ich stelle mir die Frage, ob wir das selbst nicht auch machen hätten können um wesentlich weniger Geld“, gibt Stadtrat Josef Pitschko zu bedenken und: „Bevor großartige Erwartungen gestellt werden: Es wird keinen einzigen Pfleger zusätzlich geben.“

Von der FPÖ kommen daher zwei Gegenstimmen – mehrheitlich stimmt der Gemeinderat aber zu. Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP): „Man will hier einen Pilot starten, um zu sehen, ob solche Alternativen funktionieren. Weil man ja sieht, dass das System jetzt an seine Belastungsgrenzen kommt.“

Weiterlesen nach der Werbung