Auch in Klosterneuburg & Wien Bankschließfächer geleert. Die Ermittlungen um geknackte und leer geräumte Schließfächer in einer Bank in Mödling haben am Freitagvormittag weitere Kreise gezogen.

Von APA / NÖN.at Update am 20. November 2020 (15:55)
Symbolfoto: Schindler

Wie Polizeisprecher Johann Baumschlager auf Anfrage mitteilte, wurden auch Schließfächer eines Geldinstituts in Klosterneuburg (Bezirk Tulln) geleert. Verübt worden sein soll die Tat - so wie in Mödling - am Mittwoch. Baumschlager bestätigte zudem, dass mit dem selben Modus Operandi vorgegangen worden war.

Wir hatten über den Coup in Mödling berichtet:

Ob es sich auch um dieselbe Tätergruppe handelt, war vorerst unklar. "Die Spuren werden gesichert und verglichen", verwies Baumschlager auf laufende Ermittlungen des Landeskriminalamts Niederösterreich.

"Die Diebstahlsgruppe und auch IT-Beamte sind vor Ort, weil wir prüfen müssen, wie der oder die Täter in die Bank gekommen sind", sagte indes Niederösterreichs Polizeisprecher Johann Baumschlager mit Verweis auf die Ermittlungen des Landeskriminalamts. "Wir stehen ganz am Anfang der Erhebungen", fügte der Sprecher hinzu. Dass, wie kolportiert, eine internationale agierende Bande am Werk war, bestätigte er nicht.

Hinsichtlich der Schadenshöhe waren am Freitag nur Spekulationen möglich. Der "Kurier" berichtete von einem Millionencoup.

Auch Wiener Institut betroffen: Zeitraum seit Oktober

Am Freitagnachmittag wurde dann auch noch bekannt, dass in dem Fall  auch ein Geldinstitut in Wien-Döbling zum Tatort geworden ist. Entsprechende Berichte von ORF und "Kurier" (Onlineausgabe) wurden von Niederösterreichs Polizeisprecher Johann Baumschlager am Freitagnachmittag bestätigt.

Im Fall der Döblinger Bank geht die Polizei davon aus, dass die Diebe seit Oktober bis zuletzt in vermutlich mehreren Zugriffen Schließfächer leer räumten. Dazu hätten sie das elektronische System, das den Zugang zu der betreffenden Räumlichkeit in dem Geldinstitut sichert, "überbrückt". Wie genau die Kriminellen dabei vorgingen, sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Marco Jammer auf APA-Anfrage.

Mehrere Schließfächer seien betroffen, wie viele werde noch eruiert. "Die Opfer melden sich erst", so der Sprecher. Daher könne auch die Höhe des Schadens noch nicht beziffert werden.

Das Geldinstitut in Döbling sei bis dato die einzige betroffene Bank in Wien. Um welche Bank es sich in der Bundeshauptstadt konkret handelt, will die Landespolizeidirektion nicht bekannt geben.

Seitens der betroffenen Geldinstitute war man am Freitag um Schadensbegrenzung bemüht. Die Sprecherin von einer der beiden niederösterreichischen Banken sagte dem ORF, dass aus "derzeitiger Sicht nur einige wenige Schließfächer betroffen" seien. Sie betonte außerdem, dass ein "mehrstufiges, modernes System" vorliege und die Sicherheitsvorkehrungen hoch seien. Üblicherweise würden Schmuck, Wertgegenstände oder Dokumente deponiert.