Ein „Büttenweg“ für alle in Klosterneuburg?. Wo früher Körbe aus den Weingärten getragen wurden, gehen heute Menschen an die frische Luft. Jetzt soll dieser öffentliche Weg aufgelassen werden. Spaziergänger wehren sich.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:08)
Ein „Büttenweg“ von der Straße in den Weingarten ist typisch für Klosterneuburg. Der in der Meynertgasse soll jetzt von einem öffentlichen Weg in Bauland und Grünfläche umgewidmet werden. Dagegen wehren sich nun die Spaziergänger.
Hornstein

In sogenannte „Bütten“ wurde früher die Frucht der Lesearbeit aus den Weingärten zu den Pressen der Winzer getragen. Da war es wichtig, den schnellsten Weg vom Weingarten zur Straße zu wählen. Heute hat das wenig Bedeutung. So ein „Büttenweg“ befindet sich zwischen den Wohnhäusern Meynertgasse 11 und 9. Er wird schon seit Langem als Spazierweg benützt. Jetzt soll dieser öffentliche Weg aufgelassen werden. Dagegen wehren sich jetzt die Spaziergänger.

Im sogenannten „Auflageverfahren“ werden jährlich kleinere Änderungen das Flächenwidmungs- und Bebauungsplans durchgeführt. Die gewünschten Änderungen müssen öffentlich kundgetan werden. Wer dagegen Einspruch erheben will, kann das noch bis 21. Mai 2021 tun.

„Mir geht es um die Erhaltung des Weges für alle Bürger als Spazierweg.“ Beatrix Scharner, Klosterneuburg

Beatrix Scharner wird von der Möglichkeit Gebrauch machen. Sie ist mit der Umwidmung – die zumindest von einem Nachbarn des „Büttenweges“ gewünscht wird –, so gar nicht zufrieden. Der eineinhalb Meter breite Weg soll – so der Vorschlag der Umwidmung – vom Gehsteig bis zur hinteren Grundstücksgrenze der beiden Nachbarn in Bauland und danach in Grünland umgewidmet werden. Die frei werdende Grundstücksfläche würde dann auf die beiden Nachbarn aufgeteilt.

Beatrix Scharner ist überzeugt, dass sich eine große Mehrheit gegen die Auflassung des öffentlichen Weges stark machen wird. Sie wohnt zwar in der Raphael-Donner-Gasse, benütze diesen Weg – wie viele andere Personen – aber als Spazierweg.

Geärgert hat Scharner schon, dass der Weg, der während der Bautätigkeit eines Nachbarns abgesperrt wurde, jetzt, wo dieser eingezogen wäre, noch immer gesperrt sei. Um den finanziellen Vorteil der Grundstücksvergrößerung geht es Scharner dabei nicht: „Mir geht‘s da überhaupt nicht ums Geld. Klar ist hier für die beiden Anrainer ein Vorteil gegeben. Immerhin müssen sie sich nicht mehr den neugierigen Blicken der Spaziergänger aussetzen. Mir geht es lediglich um die Erhaltung dieses öffentlichen Weges für alle Bürger Klosterneuburgs“, argumentiert Beatrix Scharner.

Sie will nun eine breite Mehrheit gegen die Auflassung des öffentlichen Weges durch eine Unterschriftenaktion finden.