Klosterneuburg

Erstellt am 07. November 2018, 05:22

von Christoph Hornstein

Renommierte Gebäude suchen nach Verwendungszweck. Das Fest der Geister – Halloween – ist zwar vorbei, auf deren Behausungen bleibt Klosterneuburg aber anscheinend nach wie vor sitzen.

Das Parkhotel in der Au steht seit Herbst 2016 leer. Findet es im Gesundheitsbereich einen neuen Verwendungszweck?  |  NOEN

Drei Gebäude, die einst mit Pomp und viel Aufwand, zum Teil auch mit viel Steuergeld in Form von Förderungen gebaut wurden, scheinen nun vereinsamt als Geisterhäuser in der Stadt herumzustehen, und keiner weiß so recht, was damit geschieht. Gemeint sind das Essl-Museum, die Schömer-Zentrale und das Parkhotel. Seit Jahren stehen diese Gebäude leer, haben keinen Verwendungszweck und laufen Gefahr zu verkommen. Politik und Grundstücksbesitzer haben keine Freude mit diesem Zustand, beteuern aber, nichts gegen diesen Umstand unternehmen zu können: „Das ist Privatbesitz, da sind uns die Hände gebunden.“

Flaggschiff zeitgenössischer österreichischer Kunst vor dem endgültigen  |  NOEN, Untergang? Stefan Olah

Im Juli 2009 wurde es mit einem großen Fest eröffnet: Das Park Inn Hotel Klosterneuburg, ein Vierstern-Hotel. Was damals voller Stolz präsentiert wurde, ging nur zwei Jahre später wirtschaftlich zugrunde: Konkurs im Februar 2011. Eine Interimslösung mit der Hinteregger-Gruppe, die das Hotel weiterführte, endete im Herbst 2016. Der Pachtvertrag wurde nicht verlängert. Seitdem steht das Hotel leer. Die Eigentümer sind für die NÖN nicht erreichbar.

Leer stehendes Bürogebäude

Rund 300 Mitarbeitern bot bis 2015 die Schömer-Zentrale einen Arbeitsplatz. Mit dem Konkurs von bauMax wurde auch das Headquarter geräumt. Seither steht das repräsentative Gebäude leer. Pläne über den weiteren Verwendungszweck der früheren Schömer-Zentrale waren für die NÖN nicht zu erfahren.

Essl-Museum nach wie vor Albertina Depot?

Der dritte leer stehende Gebäudekomplex ist das Essl-Museum. Wie es mit diesem Gebäude weitergeht, steht nach wie vor in den Sternen. War es seit der Auflösung des Museums 2016 ein Depot für die Albertina, dürfte es nun endgültig verwaist sein. Über eine weitere Verwendung konnte trotz bemühter Anfragen der NÖN niemand Auskunft geben.

Zumindest mehr als nichts weiß Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Es soll 2017 Vorgespräche mit der Sammlung Essl GmbH gegeben haben, so der Bürgermeister. Sie seien aber im Sande verlaufen, weil eine Verwendung für die Stadtgemeinde deren finanzielle Möglichkeiten überschritten hätte. Schmuckenschlager: „Meines Wissens nach wird es noch immer als Albertina-Depot genützt.“

Das Schömer-Haus soll das neue Quartier für das Umweltbundesamt werden. Bestätigt wird das vom Umweltministerium allerdings nicht.  |  Hornstein

In Sachen Parkhotel kann Schmuckenschlager schon Genaueres sagen. „Ich weiß, dass ein Interessent die Option auf diesem Gebäude hält und dafür ein Projekt entwickelt wird“, verrät Schmuckenschlager. Um welches Projekt es sich dabei handelt, darüber gibt es allerdings keine Details. Der Bürgermeister weiß auch nur eines: „Es soll sich um ein Projekt im Gesundheitsbereich handeln.“

Die Meldung, dass die Schömer-Zentrale als neuer Standort des Umweltbundesamtes (BA) dienen soll, hat sich in nichts aufgelöst. Diese Variante war aber im Gespräch. Als neue Heimat des UBA hätte man allerdings einen Zubau errichten müssen, denn für alle Mitarbeiter reicht der Platz nicht aus. „Ich weiß, dass Karl-Heinz Essl immer bemüht ist, auch eine gute Nutzung im Sinne der Stadtgemeinde zu finden“, so Schmuckenschlager, und abschließend: „Der Standort Klosterneuburg ist auf jeden Fall sehr gut positioniert, und daher bin ich zuversichtlich, dass sich für die Häuser mittelfristig Lösungen finden werden.“

„Was das Leerstehen der Großbauten betrifft, kann man den Stadtpolitikern nicht wirklich einen Vorwurf machen“, so Sepp Wimmer von den Grünen. Die österreichische Rechtslage erlaube das den Eigentümern. Und Wimmer abschließend: „Es ist schade, dass vorhandene Ressourcen derart sinnlos vergeudet werden und nicht für die Allgemeinheit genutzt werden können.“