Klosterneuburg steigt in die Pedale. Auch diese Saison wird es für begeisterte Radfahrer aus verschiedenen Gründen viele Gründe zum Jubeln geben.

Von Christoph Hornstein, Victoria Heindl und Thomas Török. Erstellt am 07. April 2021 (04:01)
Radfahren hat durch die Corona-Pandemie einen Boom erfahren. Eine der beliebtesten Strecken ist entlang der Donau.
privat, privat

Bergerl rauf – Bergerl runter. So könnte man am besten die Topografie Klosterneuburgs mit seinen drei Tälern beschreiben. Also nicht gerade ideal für das Radfahren. Und doch: Die Babenbergerstadt steigt – gerade in Zeiten der Pandemie – kräftig in die Pedale.

Das Radgeschäft boomt, gerade was das E-Bikegeschäft betrifft. Und das ist auch verständlich, denn Klosterneuburg nur mit Muskelkraft zu bezwingen, ist schon ein mühsames Stück Arbeit. Dass es flott vorangeht, dafür muss die Stadtgemeinde mit sinnvollen Radwegen Sorge tragen. „Radfahren bekommt in Klosterneuburg zum Glück immer mehr Bedeutung“, weiß Verkehrstadtrat Johannes Kehrer (PUK). Im Stadtentwicklungsprogramm 2030 (STEK 2030) findet die Unterstützung der Radfahrer ein ehrgeiziges Ziel. „Wir wollen das Rad als Verkehrsmittel in der Stadt stärken“, so Kehrer. Derzeit würden nur sechs Prozent aller zu erledigenden Wege mit dem Rad durchgeführt. Kehrer: „Das gilt es zu steigern.“ Das Ziel ist, die Menschen dazu zu bringen, mehr als die Hälfte ihrer Wege mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Rad zu erledigen.

„Ich ermutige jeden, aufs Rad zu steigen und kurze Wege damit zu erledigen. Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer (PUK)

Dazu müssen aber in Klosterneuburg erst die Voraussetzungen geschaffen werden, denn noch immer gibt es in der Babenbergerstadt kein durchgehendes Radnetz. „In den letzten Jahren wurden für das Radnetz nur bescheidene Mittel von der Politik zur Verfügung gestellt. Das soll jetzt anders werden“, verspricht Kehrer. So soll es den Lückenschluss bei der Agnesbrücke noch heuer und im nächsten oder übernächsten Jahr den in Stollhof geben. Kehrer: „Ich bin zuversichtlich, dass da bei den anderen Fraktionen ein Umdenken stattfindet.“ Und abschließend: „Ich ermutige jeden, aufs Rad zu steigen und kurze Wege damit zu erledigen. Es wird sich jeder wundern, wie unkompliziert das ist.“

Rad ist ökologisch und ökonomisch

Die Liebe zum Radfahren beginnt dabei bei vielen in der Kindheit. Und Klosterneuburger Kinder können diese Erfahrung sogar auf Rädern machen, die in der Babenbergerstadt produziert wurden. In den letzten Jahren hat sich „woom“ zu einem der führenden und meistgefragten Hersteller von Rädern für Kinder und Jugendliche entwickelt. „woom hat als erste Firma ergonomische, superleichte Räder gebaut anstatt kleingeschrumpfte Erwachsenen-Räder. Eltern legen großen Wert auf hochqualitative Ausstattung für ihre Kinder. Unsere Bikes sind an die Proportionen des Kinderkörpers angepasst, das leichte Gewicht erleichtert das Handling des Rades, so lernen die Kinder schneller Rad fahren“, erklärt Teresa Arrieta, Pressesprecherin von „woom“, die Erfolgsgeschichte der Bikes aus Klosterneuburg. Die Nachfrage ist sogar so groß, dass derzeit „gebrauchte“ Räder teilweise mehr kosten als neue.

Der Radfahr-Boom spiegelt sich auch beim stetigen Wachstum der Mitgliederzahlen der vor eineinhalb Jahren gegründeten Ortsgruppe der Radlobby in Klosterneuburg. „Seit der Gründung hat sich unsere Mitgliederzahl verdoppelt, wir haben starken Zulauf, was uns sehr freut. In ganz Niederösterreich verzeichnen wir bei aktuell 24 Ortsgruppen ein jährliches Wachstum von fünfzehn Prozent“, gibt der Sprecher der Klosterneuburger Radlobby, Walter Palfinger, voller Zufriedenheit bekannt. Corona sei hierbei nicht der einzige Grund, wieso der Verein an Popularität und Zulauf gewinnt. „Wir haben auch mit Aktionen wie zum Beispiel der Radparade positive Resonanz in der Bevölkerung generieren können. Wir sind motiviert, etwas bewegen zu können, weil wir auch in Gremien wie dem Verkehrsausschuss vertreten sind, um Einfluss auf die Planungsaktivitäten beim Klosterneuburger Verkehrskonzept haben. Hinsichtlich der Klimaziele gibt es da noch im ganzen Land Luft nach oben“, so Palfinger.

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