Ralph Lauren für 10 Euro?. FÄLSCHUNGEN / Leopoldi-Standler bieten Markenkleidung
um wenig Geld. Die NÖN hat die rechtliche Lage untersucht.

Erstellt am 23. November 2011 (00:00)
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VON KATHARINA DERFLER

KLOSTERNEUBURG / Nicht nur beim jährlichen Leopoldimarkt, eigentlich bei fast jedem Kirtag, im Prater und auch am Naschmarkt sieht man sie: die Standler, die Fußballdressen, Mützen, Schals und viele weitere Kleidungsstücke verkaufen.

Von Gucci, Armani und Dolce & Gabbana angefangen über Tommy Hilfiger bis hin zu Ralph Lauren ist scheinbar alles vertreten. Da es sich bei den Verkaufspreisen meist um Spottpreise handelt, ist eigentlich jedem klar: Diese Produkte können nicht echt sein. Gekauft werden sie von vielen Leuten aber trotzdem.

Die NÖN hat dieses Treiben heuer am Leopoldimarkt beobachtet und sich gefragt, wieso denn eigentlich niemand, zum Beispiel die Polizisten, die ja täglich durch den Markt spazieren, etwas dagegen unternimmt?

Der Kauf und das Tragen  ist in Österreich illegal

Bei den angebotenen Produkten handelt es sich eindeutig um Fälschungen, die das Urheberrecht vieler Firmen verletzen.

„Es ist illegal, solche Kleidung zu kaufen oder zu tragen“, erklärt Rechtsanwalt Mag. Arthur Machac, es handle sich dabei allerdings um ein Privatanklagedelikt. Das bedeutet, dass nicht von Amts wegen gegen die Anbieter solcher Plagiate vorgegangen werden kann. Nur derjenige, der in seinen Rechten verletzt wurde, kann einen Prozess ins Rollen bringen. In diesem Sinne können nur die Markenbesitzer selbst Anzeige erstatten. Bei den vielen, unzähligen Jahrmärkten ist es kaum möglich, alle Verkäufer dieser Ware zu kontrollieren.

Marianne Fiala arbeitet bei der Firma W. & A. Jonak, die Marken wie Dolce & Gabbana oder Armani in Österreich vertritt.

„In Wien gibt es nur einen Franchise-Betrieb von Dolce & Gabbana. Wenn wir eine Verletzung der Markenrechte bemerken, leiten wir das an den Sitz des Unternehmens in Mailand weiter“, berichtet Fiala auf die Frage hin, wie man denn in Österreich mit Plagiaten umgehe. Die Zentrale kümmere sich dann um die rechtliche Verfolgung der Fälschungen und ihrer Anbieter.

„Es hat ja einen Grund, warum es häufig Kontrollen am Flughafen gibt. Besonders wenn Flieger aus Thailand, China oder der Türkei kommen, werden die Gepäckstücke gezielt überprüft“, führt sie weiter fort. Denn auch das Einführen von gefälschten Waren ist strafbar - in Österreich wird dieses Delikt mit bis zu 15.000 Euro Strafe geahndet.

Auch wenn die Firmen meist nur gegen die Verkäufer selbst vorgehen, sollte man stets bedenken, dass das Kaufen und Tragen dieser Plagiate illegal ist.