20 Prozent für Grüne in der Stadt. Kantersieg für die ÖVP, strahlendes Comeback für die Grünen und Platz drei für die NEOS in Klosterneuburg.

Von Christoph Hornstein und Claudia Wagner. Erstellt am 01. Oktober 2019 (07:47)
Koller
Diese Wiederkehr ist beeindruckend: Die Grünen feierten in der Trattoria Castel Nuovo ihr bestes Ergebnis auf nationaler Ebene. Fraktions-Chef Stadtrat Wimmer (l.) und seine Mitstreiter ließen sich den Erfolg schmecken.

An dem Kantersieg der ÖVP gibt es wohl nichts zu rütteln. Auch in Klosterneuburg erreichte die ÖVP 37,4 Prozent, was bei der Klosterneuburger ÖVP Jubelstimmung auslöste. Mit einem Zuwachs von 14,5 Prozent in der Babenbergerstadt melden sich die Grünen in Klosterneuburg besonders stark zurück. Und auch die NEOS haben mit einem Plus von 4,5 Prozent in unserer Stadt besser abgeschnitten als bundesweit. Drei Gewinner der Nationalratswahl 2019.

Bei diesem überzeugenden Wahlsieg der ÖVP fällt es nur sehr schwer, ein Haar in der Wahlergebnis-Suppe zu finden. Wenn man will, geht aber auch das: 2017 konnte die ÖVP ein Plus von 5,7 Prozent erreichen, diesmal nur 1,6. Durch dieses kleine Detail lässt sich die ÖVP ihre Feierstimmung nicht im geringsten mindern. „Ein guter Tag für die ÖVP und für die Stadt Klosterneuburg“, jubelt Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) kurz nach Bekanntgabe des Ergebnisses. Es würde zeigen, dass die Arbeit von Sebastian Kurz weitergeführt werden soll.

„Von Null in Regierungsverantwortung – da ist das Risiko zu groß. Das könnte uns ein zweites Jahr 2017 bescheren.“ Sepp Wimmer, Grüne

Bei der Frage, mit wem Kurz nun eine Koalition eingehen wird, hält sich der Bürgermeister etwas bedeckt. „Ich halte eine Neuauflage einer türkis-blauen Koalition für sehr unwahrscheinlich“, so Schmuckenschlager, für den dann eben nur eine türkis-rote oder eine türkis-grüne Koalition – „diese Variante verspricht einen besonderen Charme“ – in Frage kommt. Und Schmuckenschlager abschließend: „Vor allem wünsche ich mir eine Regierung, die fünf Jahre hält.“

Mit 14,5 Prozent haben die Grünen in Klosterneuburg am mächtigsten zugelegt. Ein Ergebnis von 19,9 Prozent konnten die Grünen auf nationaler Ebene noch nie erreichen. Trotzdem bleibt der Fraktionschef der Klosterneuburger Grünen in seiner Stellungnahme nüchtern. „Diese Wahl war ein klarer Beweis dafür, dass Österreich eine grüne Partei braucht. Wir sollten aber trotz des großen Erfolges auf dem Boden bleiben, denn wir haben ja schon erlebt, wie schnell es gehen kann, wieder tief unten zu sein“, so Sepp Wimmer, kurz nachdem das Wahlergebnis feststand. Wichtiger erscheint dem Grünen Stadtrat aber die Gemeinderatswahl im Jänner 2020 zu sein: „Wir Klosterneuburger Grüne hoffen, dass wir auch etwas von dem jetzigen Schwung in die Gemeinderatswahl mitnehmen können.“

Vor einem Platz auf der Regierungsbank neben den Türkisen warnt Sepp Wimmer. „Wir haben Programme, die gegensätzlicher nicht sein können. Außerdem müssen die Grünen jetzt einen kompletten Nationalrats-Club aufbauen. Von Null in Regierungsverantwortung – da ist das Risiko zu groß. Das könnte uns ein zweites Jahr 2017 bescheren.“

Eine Koalitionsbeteiligung scheint für die NEOS weniger realistisch als noch vor der Wahl. Dennoch: NÖ Mitte-Spitzenkandidat Clemens Ableidinger jubelt über den dritten Platz in der Babenbergerstadt: „Wir werden mit vollem Elan weitermachen, egal in welcher Position.“

An den Wahlerfolg will der Klosterneuburger im Jänner anschließen. Und sieht gute Vorzeichen: „Nationalrat und Gemeinderat kann man natürlich nicht eins zu eins übersetzen, aber das Potenzial ist da.“ In dieselbe Kerbe schlägt NEOS Klosterneuburg-Chef Walter Wirl: „In aller Vorsicht rechne ich mit einem zweistelligen Prozentergebnis bei der Gemeinderatswahl.“ Der jetzige Erfolg – Überholspur und Platz drei, vorbei an den beiden Großparteien SPÖ und FPÖ – zeige, so Wirl, dass es möglich sei.

Der Zuspruch der Wähler sei nicht zuletzt dem Klosterneuburger Team und seiner Arbeit zu verdanken. Wirl: „Zehn bis elf Prozent hätten wir von den Bundes-NEOS automatisch, alles darüber ist unser Verdienst.“

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