Schulsportstätten für Vereine: Harter Wettkampf um Säle. Vom Schuldirektor über den Schulwart bis zum Bürgermeister und oft wieder retour – der Weg zu einem geöffneten Turnsaal ist für Sportvereine oft ein langer und beschwerlicher. Dabei zeigt eine Studie der Sportunion, dass Bedarf an zusätzlichen Hallenzeiten besteht (siehe Artikel rechts). Die NÖN hörte sich in der Region um.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 11. September 2019 (03:27)
NÖN
Für die Klosterneuburger Pflichtschulen wird die Nutzung der Turnsäle von der Stadtgemeinde in Absprache mit den Schulleitern verwaltet. Im Gymnasium vergibt die Schule selbst die Termine gegen ein kleines Entgelt.

Wettkampfsituationen sind für Sportler nichts Unbekanntes. In Klosterneuburg beginnt der Wettkampf allerdings meist schon vor dem eigentlichen Training: Das Wettrennen um einen geeigneten Turnsaal. Nur wer hier die Nase vorn hat, kann mit seinem Verein dann die Hallen der Klosterneuburger Schulen nutzen.

Das Angebot an Sportvereinen und deren Kurse ist in Klosterneuburg groß und vielfältig. Es könnte aber noch größer sein. Denn obwohl die Hallen der Pflichtschulen und auch des Gymnasiums für Vereine zugänglich sind, sind die Zeiten, zu denen man die Schulsportstätten nutzen kann, hart umkämpft.

Für die Klosterneuburger Pflichtschulen vergibt die Stadtgemeinde in enger Absprache mit den Schulleitern die Turnsäle. Die Nutzung ist für Vereine, die in Klosterneuburg ansässig sind, kostenlos – zumindest während des Schuljahrs. In den Ferien müssen die Vereine dafür zahlen. Auch deshalb ist die Nachfrage so hoch – und das schon seit Jahren. „Vor zehn Jahren, als wir zum ersten Mal auf der Suche nach einer Halle für den Winter waren, haben wir es über die Gemeinde probiert. Damals haben wir nichts bekommen, da die Buchungslage sehr gut war und wir zu spät angefragt haben“, erklärt Martin Fürst, Vorstandsmitglied bei „Union Frisbeeclub Mosquitos Klosterneuburg“. Der Verein wandte sich daraufhin an das Gymnasium.

Zu wenig Platz für alle Vereine

Hier ist die Situation nämlich etwas anders. Im Gegensatz zu den Pflichtschulen vergibt das Gym die Turnsäle direkt an die Vereine, die für die Nutzung – auch während des Schuljahrs – einen Unkostenbeitrag zahlen müssen. Auch der Verein „Union Schulsportklub Klosterneuburg“ hält teilweise seine Kurse im Gymnasium ab. Obfrau Manuela Scheruga weiß aus eigener Erfahrung und auch aus Gesprächen mit anderen Vereinen, dass in Klosterneuburg Hände ringend nach Turnsälen gesucht wird. „Wir könnten mehr anbieten, hätten wir die Sportstätten. Zum Beispiel ist die Nachfrage nach Kleinkinder-Turnen sehr hoch, aber die Infrastruktur ist leider nicht vorhanden“, hofft Scheruga immer wieder auf mehr Zeit für ihren Verein in den Schulsportstätten.

Derzeit werden die Turnsäle der Pflichtschulen bereits Montag bis Freitag bis 21 Uhr genutzt. Vor allem in den Volksschulen wird dabei darauf geachtet, dass während der Nachmittagsbetreuung jene Kurse angeboten werden, die auch von den Volksschülern besucht werden könnten. Aber dennoch: Für die Sportstadt Klosterneuburg gibt es nicht genügend Kapazitäten. Ein Grund dafür ist auch, dass sowohl HBLA als auch Privatgym keinen eigenen Turnsaal haben und ebenso um Zeiten buhlen.

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