Retentionsbecken: Streit eskaliert. Schlammschlacht / Wimmer (Grüne) und Schmuckenschlager (VP) befinden sich nach wie vor im Clinch. Fitzthum mit Erklärungsversuch.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 23. Juli 2014 (08:08)
NOEN, lukasbeck
Sepp Wimmer ist erbost über Aussagen des Bürgermeisters. Foto: privat
Noch einmal alles von Anfang an. Im Jahr 1996 wurden die Retentionsbescken Stollhof und Stegleiten für den Kierlingbach beschlossen. Bei der Gemeinderatssitzung im Juni war dann die Rede von Stegleiten oder Stollhof. Dieses eine Wort macht nun den großen Streit zwischen Grünen-Obmann Sepp Wimmer und Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager aus.

Baudirektor will Licht ins Dunkel bringen

Der Bürgermeister wurde auch der Lüge bezichtigt, da er, Wimmers Meinung nach, nicht über die Variante Stegleiten oder Stollhof, weder im Gemeinderat noch in einem Ausschuss oder in einer Stadtratssitzung, abstimmen hat lassen. Dies bestreitet der Bürgermeister jedoch und verwies auf Protokolle der Stadtratssitzung am 19. Juni.

Baudirektor Manfred Fitzthum versucht nun, Licht in das Dunkel des Streits zu bringen: „Wir haben beim Kierlingbach eine neuerliche hydrologische Untersuchung in Auftrag gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass man Rambach und Lourdesbach ebenfalls berücksichtigen muss, dadurch wurde diese Änderung notwendig.“

Die Gemeinde begab sich auf die Suche nach Alternativen und wurde unter anderem in St. Andrä-Wördern fündig. „Wir führen Verhandlungen mit dem Bürgermeister“, erklärt Fitzthum.

Der Zeitpunkt der Änderung bleibt Rätsel

Das Problem an der Sache ist nur, dass sich der genaue Zeitpunkt der Änderung nicht so einfach feststellen lässt. Die hydrologische Nachuntersuchung fand jedenfalls etwa zeitgleich mit der Volksabstimmung im Dezember statt.

„Die Änderung wurde bereits ein halbes Jahr vor der Volksbefragung vorgenommen“, rückt Schmuckenschlager nicht von seinem Standpunkt ab. Stegleiten sei nicht die gewünschte Variante gewesen, da sie ein Grundstück der Stadtgemeinde belaste. „Allerdings gab es ein klares Votum gegen die Alternative Stollhof. Das muss man akzeptieren können“, so der Bürgermeister.

Wimmer wandte sich jedenfalls erbost an die NÖN: „Schmuckenschlager meint, Gemeinderäte, die versuchen, die Wahrheit herauszufinden, bewerfen ihn mit Schmutz. Er sollte sich langsam überlegen, ob er für den Job des Bürgermeisters geeignet ist.“

Für Peter Hofbauer bleibt der Beschluss ebenfalls ein Mysterium: „Ich habe nur Auskunft über einen Beschluss zu Stegleiten und Stollhof. Zur Variante habe ich keine Auskunft.“