Erstellt am 10. Oktober 2012, 00:00

Rohdiamanten“. gründen Online-Plattform, die Talente seiner Nutzer evaluiert.

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Von Alexandra Halouska

KLOSTERNEUBURG / Simon ist neun Jahre, Autist und in Lebensgefahr: Er knackte einen verschlüsselten Code des amerikanischen Geheimdienstes. Experten entwickelten den Code „Mercury“ so, dass weder Mensch noch Computer das Rätsel lösen können. Mit Simons Fähigkeiten hat jedoch niemand gerechnet. Die Geschichte stammt aus dem Roman „Der rote Schaukelstuhl“, auch als US-Thriller unter dem Namen „Das Mercury Puzzle“ bekannt.

Was wäre, wenn man die Talente der Menschen messbar machen könnte, um sie effizient in Unternehmen einsetzen zu können? Die Frage stellten sich die Klosterneuburger Studenten Nicolas Vorsteher (21) und Constantin Wintoniak (22), nachdem sie den Film gesehen hatten.

Eineinhalb Jahre später, nämlich am 12. September, geht die Antwort auf diese Frage als interaktive Plattform namens „Mercury Puzzle“ online. Die Gründer: Nicolas Vorsteher und Constantin Wintoniak. Unter dem mittlerweile achtköpfigen Team befinden sich weitere vier Klosterneuburger: Alexander Birke, Dominik Hackl, Panja Böhm und Robert Rainer arbeiten mit ihren Freunden an dem Talente-Suchwerkzeug. Seit seinem Start-Up registrierten sich bereits 110.000 User auf www.mercurypuzzle.com.

„Talent ist das meist 

Was aber ist Mercury Puzzle genau? Mercury Puzzle ist eine Online-Plattform, auf der registrierte User ihre Talente und Stärken mithilfe eines Assessment-Centers analysieren lassen können - und das kostenlos. Persönlichkeitstests, leistungsbasierte Kompetenzwettbewerbe und Talent-Einschätzungen der Freunde bilden ein vielseitig gestricktes Konzept (siehe auch Infobox). Die Zielgruppen sind Studenten, Absolventen und Berufstätige im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

Nicolas Vorsteher erläutert: „Talent ist das meistverschwendete Gut weltweit. Wir nutzen Humankapital auf ineffiziente Art und Weise.“ Und Wintoniak ergänzt: „Die Welt ist voller Rohdiamanten. Wir finden sie! Von Mercury Puzzle profitieren beide Seiten - Unternehmer und User. Firmen können effizienter wirtschaften, und die User sitzen im richtigen Job.“ Der User kann nun selbstständig entscheiden, ob er seine Daten offenlegen will. „Firmen geben Kriterien für eine Arbeitskraft in einer Suchmaske ein. Wenn einer unserer Nutzer den Anforderungen entspricht, kann das Unternehmen anfragen, ob der Nutzer Interesse hat, seine Daten herzugeben“, betont Vorsteher. Nun zum Konzept: Mercury Puzzle erstellt anhand mithilfe von Persönlichkeitstests ein Talenteprofil.

„Skill Map“ erstellt 

Die sogenannte „Skill Map“ veranschaulicht die Stärken eines Nutzers als Grafik. Anhand des Myer-Briggs-Typindikators wird die Persönlichkeit des Users
einer


Typologie zugeordnet. „Ich bin Teacher und der Constantin ist Inspector“, gibt Vorsteher mit einem Schmunzeln bekannt. Nach dem Test erhält der Nutzer einen individuellen Bericht seiner Talente. Die gesammelten Daten bilden eine „Personality Map“.

Ende Oktober nimmt Mercury Puzzle als einer der 50 besten internationalen Start-Ups am Pioneer-Festival in der Hofburg teil.