Klosterneuburg: Corona-Hotspot im Bezirk . Der Bezirk ist rot. Und Klosterneuburg hat die höchsten Fallzahlen. Die Bezirkshauptmannschaft kämpft mit Hochdruck gegen die Coronapandemie.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 28. Oktober 2020 (04:35)
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„Sehr hohes Risiko“. Von vier möglichen Gefahrenstufen der Coronaampel ist Rot die höchste. Seit Freitag der Vorwoche hat es jetzt den Bezirk Tulln getroffen: Die Ampel steht auf Rot. Bezirkshauptmann Andreas Riemer: „Es gibt keinen Grund zur Panik. Wir haben noch alles im Griff.“

Auslöser für den Ampelsprung auf Rot dürfte Klosterneuburg sein. Mit 75 Erkrankten (Stand Montag, 26. Oktober) führt die Babenbergerstadt die Liste der Erkrankten in den Gemeinden des Bezirks an, gefolgt von der Stadt Tulln mit 45. Für die Bezirkshauptmannschaft, die das sogenannte „Contact tracing“ durchführt und somit durch die Nachverfolgung die Wege der Verbreitung des Virus nachvollziehen kann, liegt der Hauptgrund der gestiegenen Fallzahlen im privaten Bereich. „Der überwiegende Teil der Bevölkerung hält sich an die Covid-19-Regeln. Auch mit der Gastronomie gibt es keine Probleme“, so der Bezirkshauptmann. Hier werde seit Wochen intensiv kontrolliert. Riemer: „Meines Wissens gab es in der Gastronomie keine einzige Anzeige.“

„Wir sehen leider in unserer Stadt ebenso einen Anstieg der Zahlen an Infizierten wie in ganz Österreich. Es ist der traurige Beweis für die Hartnäckigkeit des Virus.“ Stefan Schnuckenschlager, Bürgermeister

Das Problem liege, nach Riemer, eher im Privaten: „Da kann man behördlich nichts tun, außer an die Eigenverantwortung der Menschen zu appellieren. Dass es zu privaten Zusammenkünften kommt und zu Hause gefeiert wird, ist für mich aber menschlich verständlich.“

Dass die Kontaktverfolgung die Bezirkshauptmannschaft an die Grenzen ihrer Arbeitskapazität bringt, ist Fakt. Aber mit zusätzlicher Hilfe lässt sich die Kontaktnachverfolgung umfassend aufrechterhalten. „Was meine Leute im Amt leisten, ist phänomenal. Sorgen macht uns allen das exponentielle Wachstum. Da könnte es schon passieren, dass auch wir an unsere Grenzen stoßen“, so Bezirkshauptmann Riemer.

Ob Klosterneuburg die Ursache für den Ampelsprung auf Rot im Bezirk ist, lässt sich nicht feststellen. Die Ereignisse in der Kierlinger Volksschule haben aber mit Sicherheit dazu beigetragen. Dort sollen mehrere Lehrpersonen erkrankt sein. Auch wenn die Bezirksampel auf Rot steht, bleiben die Schulen bei Ampelfarbe gelb – und somit der Schulbetrieb auch nach den Herbstferien aufrecht.

„Wir sehen leider in unserer Stadt ebenso einen Anstieg der Zahlen an Infizierten wie in ganz Österreich. Es ist der traurige Beweis für die Hartnäckigkeit des Virus“, zeigt sich auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager betroffen. Es verwundere ihn aber nicht, dass die größte Stadt des Bezirkes die meisten Fälle hat: „Das ist einerseits der Statistik geschuldet und andererseits unserer Lage zur Metropole und dem täglichen Personenverkehr zwischen Klosterneuburg und Wien. Wir müssen einfach alle weiter vorsichtig und umsichtig bleiben. Durchhalten ist jetzt am wichtigsten.“

Viele Möglichkeiten sozialen Austausches und lieb gewonnene Traditionen wären schlichtweg aufgrund der Einschränkungen nicht möglich. So schonungslos manche Bilanzen das Ausmaß der Krise darstellen würden, so schonungslos müsse man auch die Auswirkungen auf der persönlichen Ebene ansprechen. Nichtsdestotrotz gilt weiterhin: Abstand halten und Rücksicht nehmen.