Goldmark-Oper feiert in Klosterneuburg ein Comeback. Karl Goldmarks Oper wird erstmals nach 82 Jahren im Raum Wien aufgeführt: als Neufassung in der Stiftskirche Klosterneuburg.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 08. September 2019 (11:29)
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Proben zur Oper„Die Königin von Saba“ imAugustinussaal des Stifts Klosterneuburg. Im Vordergrund Tenor Hans-Georg Priese, der den Assad singt, links der Bass Maximiliano Michailovsky als Hohepriester, dahinter der Carl Goldmark Solisten Chor Wien als Leviten.

Wie die NÖN bereits angekündigt hat, wird „Die Königin von Saba“, Carl Goldmarks Meisterwerk, nach 82 Jahren wieder im Großraum Wien szenisch aufgeführt – nicht in der Staatsoper mit dem orientalischen Pomp des 19. Jahrhunderts, sondern in der Stiftskirche von Klosterneuburg in einer Neufassung als Friedensoper zum Nahostkonflikt.

Bis zum Nationalsozialismus war „Die Königin von Saba“ eine der am häufigsten aufgeführten Opern weltweit, an der Wiener Hofoper mit 275 Aufführungen, in Budapest über 400 Mal, vom Publikum als „Habsburger Hofoper“ oder „jüdische Nationaloper“ bejubelt. Gustav Mahler, Arturo Toscanini und Bruno Walter zählten zu den zahlreichen Dirigenten der Oper. Leonard Bernstein bedauerte, dass er in seiner Wiener Zeit „den historischen Augenblick verpasst“ hatte, sie in der Staatsoper wieder aufzuführen.

Historische Bedeutung afrikanischer Christen

Die Stiftskirche von Klosterneuburg ist für die Uraufführung der Neuinterpretation der Oper prädestiniert, meinen die Veranstalter. Denn im Verduner Altar wird die Königin von Saba zum ersten Mal überhaupt 1181 n. Chr., in der Zeit der Kreuzzüge, schwarz abgebildet, gefolgt von entsprechenden Darstellungen unter anderem in den Kathedralen von Brixen, Köln, Chartres, Paris und Reims. Die Vermutung liegt nahe, dass im Kampf um Jerusalem die ersten Christen im Niltal bis nach Äthiopien als Verbündete gesehen wurden.

Darüber diskutiert ein Experten-Symposium beim Thema „Die schwarze Königin von Saba in Klosterneuburg – Zur Bedeutung afrikanischer Christen für Europa in der Zeit der Kreuzzüge“ als Begleitveranstaltung der Premiere am 12. September von 9-13 Uhr im Augustinussaal des Stifts. Als Veranstalter fungiert Pactum Africanum, eine Initiative zum abrahamitischen Friedensdialog in Afrika, die Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des äthiopischen Kaisers Haile Selassie I, und Karl Habsburg-Lothringen, „Chef“ des Hauses Habsburg, gegründet haben.

Der Klosterneuburger Illuminations-Experte Peter Rezak wird von 2. bis 6. September jeweils von 20 Uhr bis Mitternacht die Ostwand des Stifts mit dem Tafelbild der Königin von Saba im Verduner Altar und
einem Porträt des Komponisten illuminieren zur Werbung für die drei Aufführungen von Carl Goldmarks „Die Königin von Saba“ (öffentliche Generalprobe am Mittwoch, 11. September, Premiere am Donnerstag, 12. September, Derniere am Freitag, 13. September, Beginn jeweils um 19.30 Uhr).

Erste Eindrücke zur optischen Gestaltung der Oper durch den Videokünstler Robert Pflanz gibt es bereits: vimeo.com/ 353729148/20fbf79701. Und das Stiftsweingut plant gar zwei Sondercuvées: einen Weißwein „Königin von Saba“ und einen Rotwein „König Salomo“.

Tickets für die Aufführungen der „Königin von Saba“ sind in der Sala Terrana des Stifts, unter www.queen-of-saba.at und allenfalls an der Abendkasse erhältlich.