Klosterneuburger Prälat Backovsky legt sein Amt zurück. Seit Jänner dieses Jahres liegt Prälat Bernhard Backovsky im Spital. Jetzt geht er krankheitsbedingt in den Ruhestand.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 20. Mai 2020 (06:11)
Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (l.) spricht Prälat Bernhard Backovsky innigsten Dank für sein Wirken und seine Verdienste um die Stadt Klosterneuburg aus. Foto: Iris Kühnen
Iris Kühnen

Prälat Bernhard Backovsky zieht sich nach 25 Jahren an der Spitze des Augustiner-Chorherren Stiftes Klosterneuburg aus seinem Amt zurück. Der Grund für seinen Rückzug ist – wie das Stift vergangene Woche bekannt gab – eine anhaltende und schwere Krankheit, die ihn seit Jänner dieses Jahres ans Spitalsbett fesselt.

„Backovskys Anliegen, das Stift zu öffnen, wirkte sich positiv auf das gesamte Gemeinschafts- und Kulturleben in dieser Stadt aus.“Stefan Schmuckenschlager, Bürgermeister

Wegbegleiter würdigen ihn als „Mensch der Herzensgüte“ und als „Impulsgeber“. Seine Verdienste und seine Verbundenheit wurden von der Stadt Klosterneuburg stets geschätzt, Backovsky ist seit 2006 Ehrenbürger von Klosterneuburg.

Unter Prälat Backovskys Führung hatte das Stift dank umfassender Reformen einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, der es dem Stift heute gestattet, seine Wirtschaftsweise auch im Sinne der Schöpfungsverantwortung an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit auszurichten und seine Kulturgüter umfassend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie – auf der Grundlage eines vom Propst verfassten Sozialstatus – jährlich zehn Prozent seiner Erträge sozialen Zwecken zu widmen.

Zuletzt hatte Propst Backovsky auch die schmerzliche Aufgabe übernommen, Vorwürfe sexuellen Missbrauchs gegen ehemalige und verstorbene Mitglieder aufarbeiten zu lassen. Schlussfolgerungen aus dieser Aufarbeitung sind heute der Ausgangspunkt umfassender Präventionsarbeit in den Einrichtungen des Stiftes.

„Krankheitsbedingt befindet sich Bernhard Backovsky bereits seit Jänner dieses Jahres im Spital. Aufgrund dieser Situation und angesichts seines Alters war er in den vergangenen Wochen nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gelangt, die Leitung des Stiftes in neue Hände zu übergeben“, so das Stift in seiner Presseaussendung.

Zusammenarbeit im Zeichen von stetigem Kooperationswillen

Den Konstitutionen der Augustiner Chorherren entsprechend, hat der Prälat vergangene Woche den Generalabt der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation, Johann Holzinger, um Annahme seines Rücktritts gebeten. Am Donnerstag, 12. Mai, kam Johann Holzinger nach Klosterneuburg und akzeptierte den Rücktrittswunsch Backovskys. Bis zur Wahl seines Nachfolgers bleibt Backovsky formal im Amt.

2017 feierte er mit über 600 Gratulanten und Persönlichkeiten das 50-jährige Priesterjubiläum. Sowohl Propst Maximilian Fürnsinn als auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager sowie die damals stellvertretende Landeshauptmann Johanna Mikl-Leitner würdigten ihn als Menschen der Herzensgüte.

Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager: „Ich möchte Prälat Bernhard Backovsky aus ganzem Herzen meine tief empfundene Dankbarkeit ausdrücken, sowohl im Namen der Stadt als auch ganz persönlich. Klosterneuburg verdankt der umsichtigen, offenherzigen Führung des Prälaten die enge Verbundenheit mit dem Stift. Er verfolgte die Vorhaben der Stadtgemeinde nicht nur aufmerksam und mit sehr viel Verständnis, sondern ließ auch immer Unterstützung und Hilfe angedeihen.“

Die Zusammenarbeit habe im Zeichen von stetigem Kooperationswillen und konstruktiver Verfolgung gemeinsamer Ziele zum Wohle der Stadt gestanden. „Sein Anliegen, das Stift zu öffnen, wirkte sich positiv auf das gesamte Gemeinschafts- und Kulturleben in dieser Stadt aus“, so der Bürgermeister. Die Verbindung des Rathauses mit dem Stift hätte gerade dank Propst Bernhard Backovskys Wirken in den letzten Jahrzehnten die Stadtgeschichte ganz wesentlich geprägt und Meilensteine der Entwicklung mitgetragen.

Träger des Silbernen Ehrenzeichens

Am 29. September 2006 erhielt Backovsky die Ehrenbürgerschaft. Er ist zudem Träger der Ehrenplakette von Klosterneuburgs Partnerstadt Göppingen.

2010 wurde Bernhard Backovsky von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

Zu seinen Anliegen zählen die Öffnung des Stiftes, die gerade in Klosterneuburg traditionelle Spiritualität und das Leben in der Gemeinschaft sowie eine ordentliche und erfolgreiche Pfarrseelsorge. Propst Bernhard entwickelte sein Amtsverständnis im Einklang mit dem progressiven Anliegen des Reformers und Augustiner-Chorherren Pius Parsch.

Von 2002 bis 2017 stand er als Generalabt der Österreichischen Augustiner-Chorherren-Kongregation vor und von 2011 bis 2016 als Abtprimas der weltweiten Augustiner-Chorherren-Föderation.