Mauer löst Heiligenstädter Hangbrücke ab. Groß-Projekt ab 1. Februar.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 24. Januar 2019 (05:29)
Claudia Wagner
1973 wurde die Heiligenstädter Hangbrücke als Stahlbetonplattentragwerk errichtet. Nach 46 Jahren muss das „für damalige Zeiten ehrgeizige Bauwerk“ – so MA29-Chef Hermann Papouschek – abgerissen werden.

„Ich werde immer gefragt, wann die Brücke einstürzt, wenn wir nicht sanieren. Das wird sie gar nicht“, versichert Wiens Brückenbau-Chef Hermann Papouschek. Ein Abriss der Heiligenstädter Hangbrücke ist – auch wenn kein Einsturz droht – trotzdem notwendig. Denn schließlich haben 46 Jahre Spuren an der Stütze, auf der die B14 aufliegt, hinterlassen.

Die Brücke aus Stahlbeton wurde 1976 in den Hang gebaut. Dadurch konnte die zweispurige Wiener Straße um zwei Fahrbahnen verbreitert werden. „Für damalige Zeiten war das ein ehrgeiziges Bauwerk mit kompliziertem statischem System“, erklärt Papouschek.

„Wir machen das jetzt, und dann haben wir mindestens 80 Jahre eine Ruh’.“Hermann Papouschek, Leiter der MA 29 Brückenbau

Heute, 46 Jahre später, weist die Brücke grobe Altersschäden auf. Besonders Wasser und Witterung machen dem 880-Meter-Stahlbeton-Gebilde zu schaffen, Risse sind mit freiem Auge erkennbar, der Beton wird sukzessive zerstört. Die letzte Kontrolle der MA29 bestätigt: Die Heiligenstädter Hangbrücke muss abgerissen werden.

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Witterung, vor allem Wassereintritt, zerstört den Beton der Brücke.

„Wir machen das jetzt, und dann haben wir mindestens 80 Jahre eine Ruh’“, prognostiziert der Brücken-Experte. Und er muss es ja wissen: Als Leiter der Wiener MA29 verwaltet Papouschek aktuell 826 Brücken in der Bundeshauptstadt. Ab voraussichtlich September 2021 ist es eine weniger: Denn statt der Heiligenstädter Hangbrücke wird künftig eine Stützmauer Pendler nach Wien führen.

Bis dahin ist aber Geduld der täglich 36.000 Fahrer gefragt: Die Arbeiten dauern rund 22 Monate (siehe Infobox). Die Stadtgemeinde Klosterneuburg warnt vor massiven Verspätungen. Um dem Stau zu entgehen, sollen Autolenker – so die Empfehlung der Stadt – auf die Bahn umsteigen. Zugverkehr sei von dem Groß-Projekt nämlich nicht betroffen, bekräftigt die MA29, trotz nächtlicher Gleisarbeiten.

Papouschek: „Wir erkennen den Zeitpunkt, wo wir etwas tun müssen. Das ist unbequem für uns und für die Leute. Aber nichts zu tun ist die einzige Option, die es nicht gibt“. Die Machbarkeitsstudie hat die MA29 bereits hinter sich, derzeit wird die Gesamtinstandsetzung im Detail geplant. Für die Arbeiten steht ein Budget von 26 Millionen Euro bereit.

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Mit freiem Auge sind die Schäden an der Hangbrücke zu erkennen. Die Brücke wird durch eine Stützmauer ersetzt.