Heinz Marecek: „Ich koche besser, als der Wussow operiert“

Schauspieler Heinz Marecek macht Station in der Klosterneuburger Stiftskirche. Die NÖN bat ihn zum Gespräch.

Erstellt am 25. Dezember 2021 | 05:44
Lesezeit: 4 Min
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Heinz Marecek machte für ein Gastspiel in der Stiftskirche Station in Klosterneuburg. Die NÖN bat ihn um ein Interview. F
Foto: oto: Stift Klbg/Hanzmann

Im Zuge eines Gastspiels in der Stiftskirche stellte sich der Volksschauspieler Heinz Marecek für ein ausführliches NÖN-Interview zur Verfügung.

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NÖN: Reden wir doch gleich von den wirklich wichtigen Dingen. Ich habe gehört, Sie sind ein passionierter Golfspieler?

Heinz Marecek: Soweit es eben im doch fortgeschrittenen Alter noch geht. Es macht mir einen Riesenspaß. Dadurch, dass wir in Ibiza leben, können wir das ganz Jahr durchspielen.

Sie haben das Flair eines echten Wieners. Warum leben Sie eigentlich in Ibiza?

Meine Schwiegereltern haben dort vor 50 Jahren eine Finca gekauft. Wir waren mit den Kindern daher immer dort. Das wurde so zum absoluten Familienmittelpunkt.

Sie sind ja oft in Österreich. Ich habe gelesen, dass Sie ein sehr agiler Mensch sind und viele Termine und Projekte in Österreich laufen haben.

Wir versuchen, die Termine zu konzentrieren, damit wir monatelang in Ibiza sein können.

Haben Sie denn kein Heimweh als geborener Wiener nach ihrer Heimatstadt?

Wenn ich in Wien bin, geh ich mit großer Begeisterung durch die Stadt. Aber wie ein Tourist. Ich freue mich jedes Mal wahnsinnig auf das Wiener Museumsangebot. Das ist Weltklasse.

Das machen Sie bewusst?

Marecek: Man macht es bewusster, als wenn man eh immer die Stadt um sich hat. Man geht mit anderen Augen durch die Stadt.

Verbindet Sie irgendetwas mit Klosterneuburg?

Im Klosterneuburger Bridgeclub war ich Mitglied. Das ist aber schon lange her. Wir haben einige Freunde, die in dieser schönen Stadt leben. Mit Erwin Steinhauer und mit dem Karlheinz Hackl hab ich einige Abende in Klosterneuburg gemacht. Mein Turnverein, wo ich als Kind geturnt habe, der Wiener Arbeiterturnverein in Neubau, der hatte eine Badehütte im Strombad Kritzendorf. Da war ich viele Sommer. Das hat riesigen Spaß gemacht.

Wie haben Sie zum Schauspielberuf gefunden? War das immer schon Ihr Berufswunsch?

Ich habe mit sechs Jahren bei einer Schulaufführung den Spielansager, der durch den Abend führt, gespielt. Und da hat es einen Knackser gemacht! Da ist eine merkwürdige Prägung passiert. Auch bin ich als Kind sehr oft und sehr früh ins Theater gegangen. Und nach jeder Vorstellung habe ich mir gedacht: Mein Gott so etwas würde ich auch einmal gerne machen!

Sie haben am Reinhardt Seminar studiert?

Ja, durch einen riesigen Glücksfall haben sie mich genommen.

Nicht auch durch Ihr Talent?

Schau, da ist immer sehr viel Glück dabei. Der Oskar Werner ist drei Mal angetreten, und den haben sie nicht genommen.

Wie wichtig ist es für Sie, Ihr Publikum zum Lachen zu bringen?

Lachen hat in meinem Leben immer eine große Rolle gespielt. Ich hab das große Glück, aus einer Familie zu kommen, wo unglaublich viel gelacht wurde. Wir sind oft beim Mittagessen gesessen und es sind uns die Salatblattln aus der Nase gekommen, weil wir so viel lachen mussten. Im Beruf habe ich recht bald bemerkt, dass das so eine Nische ist, wo ich mich vielleicht ansiedeln sollte.

Gib es eine Lieblingsrolle für Sie?

Ich habe mich nie auf Wunschrollen eingelassen, weil dann die Enttäuschung zu groß ist, wenn es nicht passiert. Entweder es steht überhaupt nie am Spielplan oder – was noch enttäuschender ist – es spielt ein Anderer.

Die meisten Leute kennen Sie aus der Serie „Soko Kitzbühel“. Dort spielen Sie einen hervorragenden Koch. Kochen Sie privat auch gut und gern?

Ich koch auf alle Fälle besser, als der Klausjürgen Wussow je operiert hat! Aber meine Frau kocht so gut, dass ich mich nicht einmische.

Was macht die Pandemie mit den Künstlern?

Vor allem das Rundherum leidet darunter. Warum muss man ein Museum zusperren? Die Leute stehen dort zehn Meter voneinander entfernt, bei jeder Tür steht jemand und schaut, dass alles in Ordnung ist, jeder hat seine Maske an. Es ist auch nie etwas passiert. Im Theater hat sich keiner angesteckt, im Museum nicht. Aber ich gebe zu – ich würde es nicht entscheiden wollen. Es ist eine furchtbare Situation.

Gibt es ein Geheimrezept dafür, dass man mit 76 noch so agil seinen Beruf ausüben kann?

Ich kann auch irrsinnig gut faulenzen. Ich komm zwar nicht oft dazu, aber ich wäre nicht gern in Vollpension. Du gehst ja als Schauspieler nie in Pension. So lang man sich einen Text merkt und auf der Bühne von einer Seite auf die andere unfallfrei hinüber kommt, so lange übst du den Beruf aus.

Was ist Ihr Zugang zu Weihnachten? ist das Fest wichtig für Sie?

Im Sinne von Familienzusammenkunft schon. Aber ohne spirituellen Überbau, sondern im Sinne einer längeren familiären, friedlichen Koexistenz. Jetzt haben wir ein frisches Enkerl. Das kommt auch noch dazu. Ein so ein gut aufgelegter Teufel!

Wie werden Sie Weihnachten heuer verbringen?

Es kommen meine Tochter, ihr Mann und die Enkelkinder und die Eltern und Geschwister des Mannes meiner Tochter nach Ibiza. Zu essen gibt es nur einfache Dinge.