Bewilligungen für Fröstls Bogenparcours fehlen. Der Scheiblingsteiner Bogenparcours-Betreiber Peter Fröstl wartet noch auf die Naturschutz- und auf die Veranstaltungsbewilligung. Er versichert aber: „Derzeit gibt es nur einen Testbetrieb.“

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 09. September 2021 (05:18)
Scheiblingstein - Bewilligungen für Fröstls Bogenparcours fehlen
Derzeit soll nur im Testbetrieb geschossen werden: Geschäftsführer Peter Fröstl (Bild rechts).
privat (Fröstl) bzw. Carlos Caetano/Shutterstock.com

Derzeit schießen die Bogenparcours wie die sprichwörtlichen Schwammerln aus dem Boden. Bogenschießen dürfte zum Freizeitsport Nummer eins werden und voll im Trend liegen. So ist das auch in Klosterneuburg, wo bereits zwei Möglichkeiten angeboten werden: eine in Maria Gugging und einen Parcours in Scheiblingstein.

Betreiber nützen die Chance, um auf diesen Trend aufzuspringen. Kritische Stimmen, die das Schießen auf Papptiere moralisch verwerflich finden, werden aber immer wieder laut. Das tut aber der Bogenschieß-Euphorie keinen Abbruch. Um eine Genehmigung für einen Bogenschießparcours zu erhalten, sind aber einige behördliche Bewilligungen notwendig. In Scheiblingstein fehlen diese offensichtlich.

Im Prinzip wird vom Land NÖ entschieden, ob ein Parcours eröffnet werden kann, oder nicht. Das Landesverwaltungsgericht entscheidet. Die Kriterien dafür sind behördliche Bewilligungen und der Eingriff in die Natur muss so schonend wie nur möglich gehalten werden.

„Wir haben derzeit keinen Vollbetrieb, sondern nur einen Testbetrieb.“ Peter Fröstl, Geschäftsführer Bogenparcours Scheiblingstein

Der NÖN kam zu Ohren, dass beim neuen Parcours in Scheiblingstein notwendige Bewilligungen fehlen. Die Nachfrage bei der Bezirkshauptmannschaft bestätigt das: „Die Rodungsbewilligung ist da. Was noch fehlt, ist die Naturschutzbewilligung“, bestätigt Bezirkshauptmann Andreas Riemer teilweise das Gerücht.

Auch von der Gemeinde ist eine Bewilligung notwendig. Diese kann aber nur gegeben werden, wenn die Bewilligungen seitens der Bezirkshauptmannschaft vorliegen. „Die liegen aber nicht vor“, so Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Er könne die geforderte Veranstaltungsbewilligung nur dann erteilen, wenn die naturschutzrechtliche Bewilligung der Bezirkshauptmannschaft vorliege.

440_0008_8160570_klo34_24_we_bogenparcours.jpg
Derzeit soll nur im Testbetrieb geschossen werden: Geschäftsführer Peter Fröstl.
privat

Auf diese Bewilligungen müsste der Betreiber Peter Fröstl noch warten, um einen Vollbetrieb seiner Anlage zu starten. Laut Homepage des Bogenparcours Scheiblingstein werden aber bereits Leistungen im vollen Umfang angeboten. Zurecht?

„Wir haben derzeit keinen Vollbetrieb, sondern nur einen Testbetrieb“, verteidigt sich Betreiber und Geschäftsführer Peter Fröstl. Am Parcours wären nur Gäste anzutreffen, die aus seinem Bekanntenkreis stammen würden: „Es gibt derzeit keinen offiziellen Betrieb.“ Im Übrigen warte er selbst auf die Veranstaltungsbewilligung des Bürgermeisters. Fröstl: „Dass hier Bewilligungen fehlen, liegt nicht an mir, sondern am Bürgermeister.“ Der naturschutzrechtliche Bescheid wäre schon durch und liege bereits im Rathaus.

Bürgermeister Schmuckenschlager teilt diese Meinung nicht: „Ich habe noch keine Kenntnis davon, dass das abgeschlossen wäre.“