Erstellt am 23. September 2014, 16:34

von Victoria Heindl

Der Stein des Anstoßes. Die neue Sperre des Hubertuswegs ärgert den direkten Anrainer, da er nichts mehr über den Fußweg transportieren und auch die dortigen Bäume nicht mehr pflegen kann.

Auf dem Fußweg zwischen der Scheiblingsteingasse und der Kellergrabengasse wurden am Anfang und Ende zwei große Felsen hingelegt, um das Befahren des Wegs zu verhindern.  |  NOEN, Guber-Dorninger

SCHEIBLINGSTEIN / Des einen Freud — des anderen Leid. Gerade auf Konflikte in der Nachbarschaft passt dieser Spruch. Nun waren zwei neue Steine am Hubertusweg die Auslöser eines Konflikts.

„Wir haben auf unserem Grundstück aus einem Steinbruch einen Garten Eden gemacht. Und das ist den Anrainern ein Dorn im Auge. Nun hat sich jemand beschwert, dass ich zwei oder drei Mal im Jahr auf dem Weg mit dem Auto fahre und etwas transportiere“, klagt Anrainer Gerhard Tomasovsky sein Leid mit den neuen Steinen.

Diese wurden von der Stadtgemeinde dort abgelegt, um das Befahren des Fußweges zu verhindern. Durch diese Steine könne jetzt auch nicht mehr ein Bauer aus der Nachbarschaft in den Hubertusweg fahren, um dort die Bäume zu beschneiden.

Privatinitiative ist den Leuten ein Dorn im Auge 

„Momentan warte ich noch ab, ob sich etwas rührt, oder ob es schon genügt, Leute zu denunzieren“, will sich Tomasovsky alle weiteren Schritte noch offen halten. Außerdem habe die Stadtgemeinde eine Sandschicht um ein paar Tausend Euro auf den Weg aufgebracht, die jetzt bei Starkregen auf die Kellergrabengasse hinunterfließt. „Das war ein Schildbürgerstreich“, versteht Gerhard Tomasovsky das Verhalten der Zuständigen in der Verwaltung nicht.

Stadtgemeinde musste eingreifen

Für die Vertreter der Stadtgemeinde, Ortsvorsteherin Waltraud Balaska und Verkehrsstadtrat Willibald Eigner, war das Versperren des Wegs eine Notwendigkeit. „Die Verwaltung hat dies auf vielfachen Anrainerwunsch veranlasst“, so Eigner. Der Fußweg wurde bisher stark befahren. Dadurch lockerte sich das Erdreich, floss hinunter und verstopfte dort die Entwässerung.

Außerdem darf ein Fußweg grundsätzlich nicht befahren werden, erklärt Eigner weiter. Auch Ortsvorsteherin Waltraud Balaska kann den Wunsch der Anrainer auf eine Verbesserung der Situation verstehen.

„Gerade der viele Regen in den vergangenen Wochen hat massiv das Erdreich in die Kellergrabengasse hinuntergespült“, so Balaska. Dadurch wurde der Abfluss verstopft, und in der kleinen Gasse lag sehr viel Schlamm, der von den Autos auf Hauswände gespritzt wurde. Balaska selbst habe erst durch die jetzigen Streitereien von der Situation erfahren.

„Bisher musste die Stadtgemeinde regelmäßig kommen, um die Oberflächenentwässerung zu gewährleisten und den Abflussgraben auszuheben. Also was ist dann teurer: einmal zwei Steine hinzulegen, oder die wiederholten Arbeitseinsätze der Gemeindearbeiter? Die Stadtgemeinde musste daher eingreifen“, hofft Balaska trotzdem auf eine Beruhigung der Lage.