Stift Klosterneuburg ist für Brand gewappnet. Das Stift Klosterneuburg setzt mit Brandmeldern auf frühes Entdecken.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 25. April 2019 (04:30)
Niki Trat
Einmal im Monat probt die Stiftsfeuerwehr für den Notfall. Zusätzlich findet alle zwei Jahre eine Großübung statt.

Bücher der 280.000 Werk starken Bibliothek werden mit einer Rutsche in den Hof transportiert, der Erzherzogshut und seine Glasvitrine verschwinden in der Versenkung, die Türen der Schatzkammer schließen und Sauerstoff wird abgepumpt – für den Alarmfall hat das Stift Klosterneuburg ein penibles Notfallprotokoll parat. Ein Blick nach Paris zeigt, dass der Tag X jederzeit kommen kann. Umso wichtiger ist es, gut vorbereitet zu sein.

Über 1.300 Brandmelder und 32 Mann der Betriebsfeuerwehr, darunter Chorherr Pius Feiler, sorgen im Stift für Schutz. Mit Erfolg, wie die nahe Geschichte bestätigt: Im vergangenen Jahrhundert brachen, im Vergleich zu Notre Dame, lediglich „kleine“ Feuer aus – Papierkörbe, Bagger oder das Holzgarten-Nebengebäude 1974. „Da ein großer Teil des Stiftes mit Brandmelder ausgestattet ist, wird ein Brand in der Entstehung entdeckt“, erklärt Sprecher Walter Hanzmann.

Reliquien und Krone als Top-Prioritäten

Die Alarmsysteme werden regelmäßig überprüft, jeden ersten Montag im Monat übt die Betriebsfeuerwehr für den Notfall. Sollten das Kloster und sein rund 60 Hektar großes Areal dennoch Feuer fangen, liegt es an den 32 Kameraden, die Berufsfeuerwehr und die FF Klosterneuburg anzuleiten – mit Fachwissen, wie die Kunstschätze gerettet werden können.

„Historisch gesehen, wann immer die Chorherren die Flucht ergreifen mussten – etwa bei der Türkenbelagerung – nahmen sie die Reliquien des Heiligen Leopolds und den Erzherzogshut mit“, erzählt Hanzmann aus den Annalen. Die Krone ist heute in ihrer Vitrine geschützt, die Gebeine befinden sich in einem Schrein über dem Verduner Altar, die Schädelreliquie liegt in der Schatzkammer. Die geschichtsträchtigen Juwelen stehen auch gegenwärtig auf der Schutz-Liste ganz weit oben. Aber: „Die erste Priorität ist natürlich, dass alle Menschen gerettet werden“, betont der Stifts-Sprecher.