Klosterneuburger Gemeinderat: Appell gegen Feuerwerke. Trotz Verbots knallt es zum Jahreswechsel in der Stadt. Gemeinderat Mohl fordert den Bürgermeister auf, er solle die Bürger anhalten, heuer komplett darauf zu verzichten.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 30. Dezember 2020 (05:54)
Gemeinderat Andreas Mohl gegen Feuerwerk zu Silvester.
NÖN

Im Prinzip sind Feuerwerke im Ortgebiet verboten. Da sich zu Silvester viele Klosterneuburger über diese Verordnung hinwegsetzen, fordert der fraktionslose Gemeinderat Andreas Mohl in einem Dringlichkeitsantrag der letzten Gemeinderatssitzung, der Bürgermeister solle die Bevölkerung auffordern, heuer auf das Feuerwerk zum Jahreswechsel komplett zu verzichten.

„Jedes Jahr werden zu Silvester verbotener Weise im Stadtgebiet Raketen abgeschossen“, weiß Mohl. Als Argumente dafür, es zu Silvester gar nicht knallen zu lassen, zählt der „wilde“ Gemeinderat auf:

  • erhöhte Feinstaubbelastung
  • Stress für Haustiere
  • viele Feuerwehreinsätze

Das Hauptproblem für Mohl sind aber die Verletzungen aufgrund von Feuerwerkskörpern. „Jedes Jahr verletzen sich in Österreich etwa 300 Personen so schwer, dass sie nach einem Unfall ins Krankenhaus müssen. Drei Viertel aller Verletzungen betreffen Hände und Finger“, so Andreas Mohl.

Gerade in Zeiten der Pandemie, in der nach wie vor viele Betten sowohl auf Normal- als auch auf Intensivstationen mit Corona Patienten belegt sind, müsse das Risiko für Verletzungen durch Pyrotechnik so weit wie möglich unterbunden werden. Schließlich würden auch Operationen verschoben werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.

NEOS-Chef Clemens Ableidinger weist darauf hin, dass alles gesetzlich geregelt sei, er könne die Sorge Mohls allerdings nachvollziehen. Auf der Homepage der Stadtgemeinde sollte die geltende Rechtslage klar formuliert sein.

Obwohl er sich selbst zu Silvester nicht ganz an das Verbot halte – wie er offen zugibt –, erklärt sich Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager mit dem Vorschlag der NEOS einverstanden. Einstimmig wurde der Gegenantrag der NEOS, auf der Homepage genau zu informieren, angenommen.