So arg war’s noch nie: 350 Nester vernichtet!. WESPENPLAGE / Spezielle ausgebildete Feuerwehrleute helfen bei bedrohlichen Wespennestern. Heuer gibt es so viel wie noch nie.

Erstellt am 25. August 2011 (10:24)
In schwindelnder Höhe räumt die Feuerwehr Wespennester aus. Eine spezielle Schulung und ein Schutzanzug sind Voraussetzung.Heuer wurden auf diese Art schon mehr als 350 Nester in Klosterneuburg ausgehoben. Ein Ende der Wespenplage ist noch nicht in Sicht.
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VON CHRISTOPH HORNSTIN

KLOSTERNEUBURG / Sie stören Gartenfeste, den Heurigenbesuch und selbst die Nachtruhe - Wespen. Sie halten derzeit Ärzte, Spitäler und auch die Feuerwehr auf Trab, denn die Florianis mussten im gesamten Gemeindegebiet bereits mehr als 350 Nester vernichten. So viele wie noch nie in den vergangenen Jahren. Und ein Ende der Wespenplage ist nicht in Sicht.

Für Mario Nissler von der Feuerwehr Kritzendorf gibt es in den vergangenen Wochen keinen freien Abend. Tag für Tag ist der Imker der Freiwilligen Feuerwehr im Ort unterwegs, um den Plagegeistern auf den Pelz zu rücken. Das Einsatzgebiet erstreckt sich dabei von der Wiese - Erdwespen, gelten als besonders aggressiv - bis zu Nestern in meterhohen Baumwipfeln. Wobei der Grundsatz gilt, dass die Insekten nur dann stechen, wenn sie sich bedroht fühlen oder ihre Flugbahn gekreuzt wird.

„Wir rücken nur aus, wenn Gefahr in Verzug besteht“, schränkt Abschnitts-Feuerwehrkommandant Josef Angelmayer den Wirkungsbereich der freiwilligen Feuerwehr ein. Für Wespennester, von denen kein unmittelbares Risiko ausgeht, sind die gewerblichen Schädlingsbekämpfer zuständig. Das heißt, dass in dieser Saison bereits weit mehr als 350 Nester entsorgt worden sein dürften.

Erdwespen sind wesentlich agressiver als Artgenossen
Eingesetzt werden dafür spezielle Pulver oder Flüssigkeiten, die für den Menschen völlig ungefährlich sind. Nissler: „Da kann überhaupt nichts passieren. Auf das Gift reagieren einzig und allein Wespen, auf gar keinen Fall andere Haustiere. Zudem gehen wir mit den Mitteln so sparsam wie möglich um.“ Die Imker selbst beugen Stichen mit einem eigenen Schutzanzug vor.

Der war auch gefragt, als Bezirkshauptmann Wolfgang Straub die Feuerwehr zu Hilfe rief. Er wurde von aggressiven Erdwespen belästigt. Nissler: „Die Ein- und Ausflugslöcher am Boden sind fast nicht erkennbar. Wenn man mit dem Fuß auf die Öffnung tritt, kann man seine blauen Wunder erleben. Die Wespen reagieren um ein Vielfaches aggressiver als ihre Artgenossen in hängenden Nestern.“

Die Klosterneuburger Feuerwehrimker mussten heuer bereits Nester auf Spielplätzen, in Kinderzimmern, Garagen, Dachböden, Schlafräumen oder auch Bäderkabinen beseitigen.

Wichtiger Tipp: Nach einem Stich sollte bei ungewöhnlichen Reaktionen (starke Schwellungen, Atemnot, Übelkeit) sofort der Notarzt (144) alarmiert werden. Ein allergischer Schock kann tödlich enden.