Ohne „Neu“, aber alles anders in Klosterneuburg. Ab der 6. Schulstufe werden die Schüler nun wieder in zwei Leistungsniveaus eingeteilt.

Von Victoria Heindl. Erstellt am 18. September 2020 (03:57)
Sabine Geyrhofer ist nun Direktorin in der „Mittelschule“ Hermannstraße. Aber nicht nur der Name hat sich seit Beginn des Schuljahres geändert.
Wagner

 Seit einer Woche gehen Kinder und Jugendliche wieder in die Schule. Neues Jahr, neue Klasse oder vielleicht eine neue Schule. Aber auch für so manchen, der nicht Schule wechselt, ändert sich einiges. Denn ab diesem Jahr heißt die „Neue Mittelschule“ nicht mehr „Neue“, sondern nur mehr Mittelschule. Und nicht nur der Name hat sich geändert. Auch das System ändert sich. Ab der 6. Schulstufe werden die Schüler in den Hauptfächern – Deutsch, Mathematik, (Erste) lebende Fremdsprache – in die beiden Gruppen „Standard“ und „Standard AHS“ eingeteilt.

Im Schuljahr 2008/2009 startete österreichweit der Schulversuch „Neue Mittelschule“. Aus den Hauptschulen mit den bekannten drei Leistungsgruppen in den Hauptgegenständen wurde nun eine andere Form praktiziert: Die gesamte Klasse lernte zusammen und zwei Lehrer stellten sicher, dass die Schüler je nach ihren Bedürfnissen unterrichtet werden konnten.

Neue Benennungen in den Zeugnissen

In den Zeugnissen machte sich das neue System vor allem durch zwei Buchstaben bemerkbar. Mit einem „V“ war man in der „vertiefenden“ Gruppe, mit einem „G“ in der „grundlegenden“. Nach etwa zehn Jahren „Neue Mittelschule“ müssen sich Schüler, Eltern, Lehrer und Direktorin im neuen Semester wieder auf ein neues System einstellen.

„In der ersten Klasse wird es eine innere Differenzierung geben, danach werden die Schüler in den Hauptgegenständen in zwei Leistungsgruppen eingeteilt“, erklärt Sabine Geyrhofer, Direktorin der Mittelschule Hermannstraße. Die Anforderungen des Leistungsniveaus „Standard AHS“ entsprechen dabei jenen der AHS-Unterstufe. Durch förderdidaktische Maßnahmen sind die Schüler nach Möglichkeit zum Bildungsziel des neuen Leistungsniveaus „Standard AHS“ zu führen.

Umstieg ist jederzeit möglich

Aber auch wenn ein Schüler anfänglich in der Gruppe „Standard“ sein sollte, ist das für das Schuljahr noch lange nicht in Stein gemeißelt. Während des Unterrichtsjahres ist die Zuordnung zu einem anderen Leistungsniveau jederzeit möglich. Voraussetzung dafür ist, dass sich Änderungen der Leistungen eines Schülers bzw. einer Schülerin im betreffenden differenzierten Pflichtgegenstand stabil abbilden. Die Zuordnung zu „Standard AHS“ hat unverzüglich zu erfolgen, wenn zu erwarten ist, dass ein Schüler den erhöhten Anforderungen entsprechen wird. Die Zuordnung zu „Standard“ ist erst zulässig, wenn ein Schüler auch nach der nachweislichen Ausschöpfung aller möglichen Fördermaßnahmen im Leistungsniveau „Standard AHS“ mit „Nicht genügend“ zu beurteilen wäre.