Baustellen-Chaos verärgert Bürger . Beim Aus-der-Stadt-fahren könnte man derzeit aus der Haut fahren: Ausbau Fernwärme und Baustellen strapazieren die Nerven.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 18. Juli 2018 (05:00)
NOEN, privat

„Im Zeitraum von 23. Juli bis 3. August 2018 wird in Klosterneuburg zwischen Hölzlgasse und Mühlengasse die Fahrbahn der Landesstraße B14 im Bereich von km 7,92 bis km 8,31 wechselweise halbseitig für den Verkehr gesperrt.“ Nur eine von vielen Meldungen, die in letzter Zeit in die Redaktion flattern. Klosterneuburg versinkt im Baustellen-Chaos. Mit schuld daran ist natürlich die Rohrverlegung für die Fernwärme, die in Etappen noch viel Zeit in Anspruch nehmen und die Geduld der Klosterneuburger noch ziemlich lange strapazieren wird.

Will man zum Beispiel aktuell von der Wienerstraße zum Polizeikommissariat Franz-Rumpler-Straße, muss folgende Route gewählt werden: Stiftskreisverkehr, Pater-Abel-Straße (jetzt wieder offen) bis knapp vor die Leopoldstraße, dann links in die Nebenfahrbahn einfahren (Zufahrt Pater-Abel-Straße/Leopold-straße ist gesperrt), dann wieder rechts zur Leopoldstraße, dann links (Leopoldstraße zum Rathausplatz gesperrt), dann die schmale Ottogasse hinauf bis zum Sudetendeutschen Platz, dann kommt man in die Franz-Rumpler-Straße.

„Diese Koordination ist schlichtweg das reinste Chaos und eine Frechheit dem Steuerzahler gegenüber.“ Siegfried Supan

Umwege, die nicht so leicht hinzunehmen sind, denn so schlimm war der Baustellensommer noch nie. Auch der Klosterneuburger Siegried Supan sieht das so: „Seit längerer Zeit gibt es ein katastrophales Baustellenchaos in und um Klosterneuburg, das eine Frechheit sondergleichen ist.“ Supan schildert seine Beobachtungen:

Angefangen hat es mit dem Umbau beim McDonalds in Klosterneuburg, monatelange Baustelle, kaum fertig, wieder zwei Mal hintereinander aufgegraben.

In den letzten Wochen wurden in Klosterneuburg (Ampelkreuzung) bei der Firma Zisser für die Fernwärme Rohre verlegt, ein Chaos über Wochen, kaum fertig, wurde schon wieder aufgegraben. Der Stau reichte durch die Unfähigkeit der händischen Ampelregelung teilweise bis zum Weidlinger Bahnhof zurück.

Stollhof das Kanalgitter saniert, nächste Baustelle Verbreiterung der Bushaltestellen für den Gelenkbus

Erneuerung des Schutzgeländers auf der B14 in Höhe bei der Elisabethgasse. Chaos pur, die Ampelschaltung hat überhaupt nicht funktioniert, Rückstau an manchen Tagen in Richtung Wien bis zur Donauwarte (trotz Umfahrung) Richtung Gugging.

Stau bis Kierling, Kreuzung Neugasse. Angeblich hat die Ampelschaltung einige Zeit nicht richtig funktioniert, mag sein, aber das gehört dann so schnell wie möglich behoben. Bei manchen Grünphasen Richtung Gugging kamen nur vier bis sechs Autos durch, dann war es schon wieder rot.

Nächste Baustelle, die Brückensanierung in Kierling bei Raika, die Ampelschaltung funktioniert halbwegs, aber nichtsdestotrotz ist die nächste Baustelle die Brückensanierung bei der ISTA und die Baustelle bei der ISTA.

„Die Arbeiten sind notwendig, und wann sollen wir denn das machen, wenn nicht im Sommer?“

Supan: „Ich habe mit verschiedenen Stellen bei der Gemeinde telefoniert, die sich immer nur ausreden auf die Straßenmeisterei Tulln und natürlich umgekehrt.“ Die Landesstraßen betreut die Straßenmeisterei Tulln und die Gemeindestraßen die Stadtgemeinde Klosterneuburg. Beide Stellen beteuern, dass alles bestmöglich abgesprochen wurde und wird. Der einhellige Tenor der angefragten Behörden: „Die Arbeiten sind notwendig, und wann sollen wir denn das machen, wenn nicht im Sommer?“

„Natürlich sind die Arbeiten notwendig, aber dieses Chaos ist eine Katastrophe“, hat Supan, stellvertretend für viele verärgerter Klosterneuburger, kein Verständnis mehr dafür: „Auf der Fahrt von Kierling nach Klosterneuburg sind auf vier Kilometer bis zu sechs Baustellen. Die Fahrt dauert bis zu 20 Minuten. Und zurück muss man ja auch. Diese Baustellen-Koordination ist schlichtweg das reinste Chaos und eine Frechheit dem Steuerzahler gegenüber.“