Große Renovierung startet mit Restaurierung der Türme. Stift Klosterneuburg wird groß renoviert und die Restaurierung der Türme setzen den Startschuss zu den Bauarbeiten.

Von Claudia Wagner. Erstellt am 09. September 2020 (04:14)

Die Zwiebel-Dächer sind längst Geschichte. Die ursprünglich romanische Stiftskirche wurde im Laufe der Zeit immer wieder umgestaltet – die bis dato letzte Restaurierung der Türme erfolgte von 1989 bis 1994. In mehreren Etappen bekommt Klosterneuburgs Wahrzeichen in den nächsten Jahren einen neuen Schliff. Erster Schritt: die Stiftstürme.

Baustelle geht 60 Meter in die Höhe

Derzeit sind Reinigungsarbeiten – der Sandstein wird dabei mit Sand abgespritzt – im Gang. Anschließend sollen schadhafte Bereiche restauriert und ergänzt werden. Dafür wagen sich die Arbeiter hoch hinaus: Das Gerüst ist rund 60 Meter hoch und umfasst 30 Etagen. Stiegen und ein Lift führen bis an die Spitze des Turms. Dort – wo die Fronten der Witterung ungeschützt ausgesetzt sind – sind die Schäden mit freiem Auge erkennbar: Verfärbungen, Risse im Stein und faustgroße Brocken, die drohen, runterzufallen.

Die Arbeiten sind also nicht nur für das äußere Erscheinungsbild wichtig, sondern auch eine Frage der Sicherheit. „Nachdem es 2015 zum Absturz eines Steinelements kam, wurden die Türme mehrmals übergangen und dabei immer wieder lockere Steinteile festgestellt und abgenommen“, hält das Kuratorium zur Stiftsrenovierung fest.

Für die Reinigung wurde eine umweltfreundliche Lösung gefunden: Mit Sandstrahlen wird der Schmutz von der Fassade entfernt – händisch und jedes der 30 Stockwerke in mühevoller Kleinarbeit einzeln.

„Etwa 80 Prozent wird Handarbeit sein“

Große Gerätschaften kommen am Gerüst kaum zum Einsatz. Auch nicht, wenn die Steinmetze zum Zug kommen. „Etwa 80 Prozent wird Handarbeit sein“, erklärt Dragi Zivotic, Polier und Leiter des Abschleifteams der Firma Komat. Fehlerhafte Steine werden abgetragen, hinuntergebracht und in der Werkstatt bearbeitet, um dann wieder am Turm montiert zu werden.

Der Renovierungsplan sieht ebenso vor, dass die Turmdächer inklusive der Kugeln und Kreuze gerüstlos restauriert werden. Auch die Bleiverglasungen, die Schallfenster, die Türen und Tore, das Gitter beim Eingang und der Belag des Vorplatzes werden bearbeitet. Die Arbeiten sollen bis Ende 2022 dauern.