Propst Bernhard Backovsky tritt zurück. 25 Jahre lang stand Prälat Bernhard Backovsky als Propst an der Spitze des Augustiner-Chorherren Stiftes Klosterneuburg. Wie das Stift heute bekanntgab, zieht er sich angesichts einer anhaltenden und schweren Krankheit aus seinem Amt zurück. Wegbegleiter würdigen ihn als „Mensch der Herzensgüte“ und „Impulsgeber“. Backovsky ist seit 2006 Ehrenbürger von Klosterneuburg.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 15. Mai 2020 (15:36)
Kosterneuburgs Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager dankt Prälat Bernhard Backovsky für sein Wirken und seine Verdienste um die Stadt Klosterneuburg.
Iris Kühnen

„Unter der Führung von Prälat Bernhard Backovsky erlebte das Stift dank umfassender Reformen einen wirtschaftlichen Aufschwung, der es dem Stift heute gestattet, seine Wirtschaftsweise auch im Sinne der Schöpfungsverantwortung an den Grundsätzen der Nachhaltigkeit auszurichten, seine Kulturgüter umfassend der Öffentlichkeit zugänglich zu machen sowie – auf der Grundlage eines vom Propst verfassten Sozialstatuts - jährlich zehn Prozent seiner Erträge sozialen Zwecken zu widmen“ heißt es in der Aussendung des Chorherrenstifts Klosterneuburg. 

Seit Jänner im Spital

„Krankheitsbedingt befindet sich Bernhard Backovsky bereits seit Jänner dieses Jahres im Spital. Aufgrund dieser Situation und angesichts seines Alters war er in den vergangenen Wochen nach reiflicher Überlegung zu dem Entschluss gelangt, die Leitung des Stiftes in neue Hände zu übergeben“ so das Stift. 

Bis zur Wahl seines Nachfolgers bleibt Backovsky formal im Amt. 2017 feierte er mit über 600 Gratulanten und Persönlichkeiten das 50-jährige Priesterjubiläum. Sowohl Propst Maximilian Fürnsinn, als auch Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager sowie  Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner würdigten ihn als Menschen der Herzensgüte. 

"Offenherzige Führung des Prälaten"

Bürgermeister Schmuckenschlager: „Ich möchte Prälat Bernhard Backovsky aus ganzem Herzen meine tief empfundene Dankbarkeit ausdrücken, sowohl im Namen der Stadt als auch ganz persönlich. Klosterneuburg verdankt der umsichtigen, offenherzigen Führung des Prälaten die enge Verbundenheit mit dem Stift."
 Die Zusammenarbeit habe im Zeichen stetigem Kooperationswillens und der Verfolgung gemeinsamer Ziele zum Wohle der Stadt gestanden. „Sein Anliegen, das Stift zu öffnen, wirkte sich positiv auf das gesamte Gemeinschafts- und Kulturleben in dieser Stadt aus“, sagt Schmuckenschlager.

Ehrenbürger Backovsky 

Die Verbindung des Rathauses mit dem Stift prägte in den letzten Jahrzehnten die Stadtgeschichte. Am 29. September 2006 erhielt Backovsky die Ehrenbürgerschaft. Er ist zudem Träger der Ehrenplakette von Klosterneuburgs Partnerstadt Göppingen.

Bio-Landbau und Öffnung des Stiftes

Sein Wirken war von wirtschaftlichen Reformen nach den Grundsätzen moderner und nachhaltiger Wirtschaftsweise geprägt. So wurden wesentliche Teile der landwirtschaftlichen Betriebe auf biologischen Landbau umgestellt und das Biomasse-Nahwärmewerk gebaut. Durch die Umgestaltung des bis dahin der breiten Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereiches der Sala Terrena erhielt das Stift neue Attraktivität und neue Ausstellungsflächen.

Sozialstatut zugunsten der Ärmsten

Ein Meilenstein im Wirken von Propst Backovsky war die Beschlussfassung über ein verbindliches Sozialstatut des Stiftes im Jahr 2000, mit dem sich das Stift dazu verpflichtet, jährlich zehn Prozent der Erträge seiner Betriebe für soziale und karitatives Projekte bereitzustellen. Das größte derartige Projekt ist die Aktion „Ein Zuhause für Straßenkinder“, das seit zwanzig Jahren von der Organisation Concordia getragen wird. 

Werdegang

  • Der 1943 als Sohn einer Klosterneuburger Familie geborene Hermann Backovsky trat 1961 in die Ordensgemeinschaft ein und erhielt den Ordensnamen Bernhard.
  • 1965 legte er die Feierliche Profess ab und wurde am 27. März 1967 zum Priester geweiht. Nach seiner Tätigkeit als Kaplan in Korneuburg und Floridsdorf war er jahrelang Novizenmeister und Klerikerdirektor, bevor er am 14. Dezember 1995 zum 66. Propst des Stiftes gewählt wurde. 
  • Von 2002 bis 2017 stand er als Generalabt der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation vor und von 2011 bis 2016 als Abtprimas der weltweiten Augustiner Chorherren-Föderation. 
  • 2010 wurde Bernhard Backovsky von Bundespräsident Heinz Fischer mit dem Großen Silbernen Ehrenzeichen für Verdienst um die Republik Österreich ausgezeichnet.
  • Informationen auf der Webseite des Stifts Klosterneuburg: www.stift-klosterneuburg.at