Stiftspfarre Reinprechtspölla in frischem Glanz. Renovierung des Waldviertler Gotteshauses als gelungenes Vorzeigeprojekt.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Februar 2021 (03:19)
Stiftspfarre Reinprechtspölla im Waldviertel: Umfangreiche Sanierung abgeschlossen.
Stift Klosterneuburg

Zum Stift Klosterneuburg gehören 28 Pfarren: in Niederösterreich, Wien, Norwegen und den USA. Darunter auch die Pfarre in Reinprechtspölla im Waldviertel (Bezirk Horn), als einzige in der Diözese St. Pölten.

Die Renovierungsarbeiten der Pfarre Reinprechtspölla wurden erst durch die aktive Beteiligung der Pfarrgemeindemitglieder möglich. Die Arbeit ist erfolgreich abgeschlossen, und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und es entstand auch eine einzigartige Gemeinschaft des Miteinanders und gegenseitigen Helfens. Der ORF NÖ berichtete darüber am vergangenen Mittwoch in ORF NÖ-Heute.

Seit 12. Jahrhundert dem Stift zugehörig

Die Pfarrkirche zum Hl. Pancratius in Reinprechts-pölla im Dekanat Horn, ein barockisierter Bau mit spätromanischem Kern, geht auf das 12. Jahrhundert zurück, seit 1213 gehört sie zum Stift Klosterneuburg. Die Anlage ist von einem barocken Friedhof umgeben und steht wie der angrenzende Pfarrhof unter Denkmalschutz. Heute besteht die Gemeinde aus rund 300 Katholiken, die mit ihrem Pfarrer Sebastian Schmölz die umfangreichen Renovierungsarbeiten im gemeinsamen Kraftakt bewältigten.

„Über 3.000 Arbeitsstunden an Eigenleistung wurden durch die aktive Mitarbeit der Pfarrgemeindemitglieder erbracht. Es entstand damit eine eingeschworene Gemeinschaft des Miteinanders und gegenseitigen Helfens, die nun auch über die Renovierungsarbeiten weiter hinaus besteht“, berichtet Pfarrer Sebastian Schmölz erfreut.

Die Kirchenbänke waren vom Holzwurm befallen, die Wände feucht, die Beleuchtung und Heizung in einem absolut desolaten Zustand. Als der Augustiner-Chorherr Sebastian Schmölz die Pfarre Reinprechtspölla am 1. September 2017 übernahm, war klar: „Hier gehört dringend renoviert.“

„Es entstand eine eingeschworene Gemeinschaft des Miteinanders und gegenseitigen Helfens.“ Augustiner-Chorherr und Pfarrer Sebastian Schmölz

Die umfangreichen Renovierungsarbeiten – die Gesamtkosten belaufen sich auf 600.000 Euro – erfolgten in Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt, dem Bauamt der Diözese St. Pölten, des Stiftes Klosterneuburg und dem Ausschuss des Pfarrkirchenrates. Laut Bernd Schneider vom diözesanen Bauamt wurde bei den Arbeiten sogar eine romanische Apsis entdeckt und dokumentiert. Auch Scheinarchitektur und ein Sternenhimmel von 1910V wurden wieder freigelegt. Jetzt erscheint die Kirche nicht nur in neuem Glanz und saniert vom Fundament bis zur Turmspitze, es wurde auch auf LED-Beleuchtung umgestellt, eine Hackschnitzelheizung, Fußbodenheizung und Klimaampel für optimales Raumklima installiert sowie die Orgel renoviert.

Der Altenburger Abt Thomas Renner hat Kirche und Altar bereits gesegnet. Wann und ob es zum angekündigten Dankfest kommt, steht derzeit noch nicht fest.

Die Pfarre Reinprechtspölla darf sich übrigens nicht nur über eine renovierte Pfarrkirche freuen, sondern auch über einen neuen Chor, den „Chorus St. Pancratius“. Wann wieder gesungen werden darf, ist allerdings ebenfalls noch ungewiss.