Wer zahlt Bauschäden?. Durch den Neubau einer Wohnhausanlage in der Nivenburggasse 8 soll das Nebengebäude Schäden davongetragen haben. Wer dafür aufkommen wird, ist nicht klar.

Von Christoph Hornstein. Erstellt am 21. September 2016 (16:00)
NOEN, Hornstein
Der Neubau einer Wohnhausanlage in der Nivenburggasse 8 soll das Nachbarhaus beschädigt haben. Wer kommt für die Kosten auf?

Ida Schöpe war schon immer gegen das Bauprojekt auf dem Nachbargrund ihres Hauses in der
Nivenburggasse 6. Sie hat auch Einspruch dagegen erhoben. Erfolglos. Die Wohnhausanlage wurde gebaut. Jetzt will sie nur noch eines: „Ich verlange, dass die Folgeschäden durch den Neubau an meinem Haus bezahlt werden.“

Wasserflecken entlang der Wand, die an den Neubau grenzt. Schimmelbildung bis in den Keller hinunter. Risse an der Fassade und ein nicht im Einreichplan eingezeichnetes Fenster, das Einblick in den Hof von Schöpe ermöglicht – das verursacht der betagten Pensionistin schlaflose Nächte: „Ich will, dass das alles gerichtet wird. Wie komme ich dazu?“

Auch die anderen Anrainer waren gegen den Neubau
Nivenburggasse 8. Es wurde im Frühjahr Einspruch erhoben. Schöpe: „Das ist eine uralte Gasse, die jetzt verschandelt wurde.“ Das war auch die Meinung von Helmut Kafka, der vis-a-vis in der Nivenburggasse 3 wohnt. Aber dem Einspruch gegen den Bau wurde nicht stattgegeben. Jetzt hat die Nachbarin mit den Folgeschäden des Neubaus zu kämpfen. Geschäftsführer Harald Heilig vom Bauträger Heilig Immobilien GmbH soll auf die Forderung von Ida Schöpe gesagt haben: „Hätten Sie keinen Einspruch gegen den Neubau erhoben, hätten wir Ihnen das Ganze saniert.“

Kein gutes Verhältnis mit dem Nachbarn

„Es herrscht fürwahr kein gutes Einvernehmen mit der Familie Schöpe“, bestätigt Geschäftsführer Harald Heilig den Zwist. Grund seien tägliche Beschimpfungen der Arbeiter durch Frau Schöpe. „Freiwillig saniere ich sicher nichts“, so Heilig.

Die Hausmauer des alten Gebäudes hätte die Mauer von Frau Schöpe geschützt. Nach dessen Abriss hätte die Familie Schöpe ihre Mauer gegen Feuchtigkeit schützen müssen. „Dafür bin ich aber nicht zuständig“, so der Geschäftsführer des Bauträgers. Er hätte Frau Schöpe auch darauf aufmerksam gemacht. Darauf wurde ihrerseits aber nicht reagiert. Und Harald Heilig bestätigt: „Ich hätte die Schöpe-Mauer auch saniert, wenn sie keinen Einspruch gegen den Neubau gemacht hätte.“

Das Fenster, durch das man nun in den Schöpe-Hof schauen kann, ist tatsächlich nicht im Einreichplan eingezeichnet. Es sei aber nachträglich, als Sonderwunsch eines Wohnungskäufers, durch Baubehörde und Ortsbildkommission genehmigt worden.

Und zum zukünftigen Erscheinungsbild der Wohnhausanlage sagt Geschäftsführer Heilig: „Die Immobilie war offiziell am Markt. Wenn die Anrainer den Wohnungsbau behindern wollten, hätten sie das Grundstück kaufen müssen.“ Ein alter Schandfleck sei abgerissen worden, dafür seien moderne, in das Ortsbild passende Wohnungen entstanden.

Baufirma sagt Sanierung zu

Auch bei der Baufirma fragte die NÖN nach, wer denn jetzt die Schäden an Schöpes Haus trage. Baumeister Christoph Otzlbergers überraschende Antwort: „Die Sanierungsarbeiten wurden in Einvernehmen mit der Familie Schöpe bereits in die Wege geleitet. Abstimmungen fänden zwischen den Anrainern und der Baufirma statt.“ Für weitere Auskünfte verwies der Baumeister auf den Bauträger.